Rosenheim – Die Ehrenamtlichen der Rettungs- und Hilfskräfte des Technischen Hilfswerkes sind die Stützen der Gesellschaft. Zwei von ihnen: Erwin Huber (59) und Christian Scherer (35). Für ihr langjähriges Engagement erhielten die beiden Männer jetzt das Ehrenzeichen am Bande. Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer und der Amtsleiter des Brand- und Katastrophenschutzes, Hans Meyrl, überreichten die Auszeichnung.
Schneekatastrophe bis Hochwasser
Schneekatastrophe, Hochwasser, Lkw-Bergungen: Christian Scherer und Erwin Huber haben während ihrer Zeit beim Technischen Hilfswerk schon einiges erlebt. Scherer ist seit 25 Jahren dabei, Huber seit 40 Jahren. Beide sind Ehrenamtliche und können sich ein Leben ohne das THW nicht vorstellen.
„Mir gefällt die technische Vielfältigkeit“, sagt Huber. Er begann seine THW-Karriere in der Gas-Wasser-Gruppe des Instandsetzungszuges, ist jetzt Bootsführer, Bergungstaucher und Kraftfahrer in der Tauchgruppe. Wenn er nicht für das THW unterwegs ist, arbeitet er als Schichtführer in einem Erdgasbetrieb. „Es ist gar nicht so einfach, Beruf und Ehrenamt unter einen Hut zu bringen. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, sagt Huber. Unterstützung bekommt der 59-Jährige von seiner Familie. „Ohne geht es nicht“, sagt er.
Denn das Ehrenamt beim THW nimmt viel Zeit in Anspruch. Montage sind reserviert für das Tauchtraining, am Dienstag ist Stammtisch und samstags finden immer wieder Übungen statt. Hinzu kommen Einsätze und Feste. Erwin Huber nimmt es gelassen: „Andere sind im Fußballverein, wir sind eben beim THW.“
Er brennt für sein Ehrenamt, erinnert sich gerne an die vergangenen Jahre. Ähnlich geht es Christian Scherer. Der 35-Jährige begann seine Karriere beim THW im zarten Alter von neun Jahren. „Mein Onkel hat mich damals mitgenommen“, sagt er. Er startete in der Jugend, absolvierte seinen Wehreinsatz beim THW. 25 Jahre später ist er der Zweite Vorsitzende des Helfervereins. Er ist Atemschutzträger und Kraftfahrer für Lkw und Radlader.
Auch in seinem Beruf bleibt er den Lkw treu, arbeitet als Mechanikermeister in einem Lkw-Betrieb. In seiner Freizeit verbringt er viel Zeit beim Burschenverein der Kastenau, ist Gründungsmitglied. Trotzdem trat er als Vorsitzender beim Burschenverein zurück, um Vorsitzender beim Helferverein des THW zu werden. „Schweren Herzens“, wie er betont. „Die Vernunft hat letztendlich gesiegt. Beim THW erlebt man einfach mehr.“ Aber es sind nicht nur die aufregenden Momente, die Scherer gefallen. „Ich mag das Miteinander. Wir sind nicht nur Vereinskollegen, sondern auch Freunde“, sagt er.
Nicht verwunderlich also, dass weder Huber noch Scherer ihre Entscheidung bereut haben, beim THW einzusteigen. Ganz zur Freude von Manfred Bock, dem Leiter der Regionalstelle Bad Tölz. „Ich bin froh, dass unsere Ehrenamtlichen so lange bleiben“, sagt er. Auch weil er weiß, dass die Übernahme eines Ehrenamts nicht selbstverständlich ist. Immer mehr Menschen wollen sich in ihrer Freizeit nicht mehr mit aller Verbindlichkeit in ein Ehrenamt einbringen. „Die Bindung an eine Sache ist einfach nicht mehr gegeben“, sagt er.
Umso mehr freut er sich über die Auszeichnung für Erwin Huber und Christian Scherer im Rosenheimer Rathaus. Die beiden denken übrigens noch lange nicht ans Aufhören.
„Die 50 bekomme ich auch noch voll“, sagt Erwin Huber. Er lacht. Zustimmung gibt es von Christian Scherer. Er peilt vorerst die 30-jährige Mitgliedschaft an.
Jetzt genießen die beiden Ehrenamtlichen aber erst einmal den Moment. „Es ist eine tolle Sache“, sagt Scherer, fügt hinzu: „Ich bin stolz drauf.“