Trauer um Polit-Urgestein

von Redaktion

Langjähriger Stadtrat Kurt Müller stirbt im Alter von 76 Jahren

Rosenheim – Trauer um den SPD-Politiker, Verleger und Ingenieur Kurt Müller: Das Polit-Urgestein starb am Sonntag im Alter von 76 Jahren in Rosenheim.

Kurt Müller und die Stadt Rosenheim – das ist eine Verbindung, die über Jahrzehnte eng geknüpft war. So gehörte Müller zu den wohl bekanntesten Stadträten, kämpfte 47 Jahre um das Wohl der Stadt Rosenheim. Sechs Jahre lang führte er die Stadtratsfraktion der Sozialdemokraten. In seiner Amtszeit setzte er für sich unter anderem die Schwerpunkte im Bereich Bauen, im Verkehr und den Stadtwerken. Er erhielt für sein Wirken im Jahr 2009 die Kommunale Verdienstmedaille in Silber.

Mehr als 30 Jahre engagierte sich Müller als stellvertretender Vorsitzender der Nachbarschaftshilfe Rosenheim. 13 Jahre war er zudem als Vorsitzender des Gewerbebandes Rosenheim tätig. Er war außerdem Mitglied in 25 verschiedenen Vereinen und leitete drei Jahrzehnte die Wochenzeitung „Echo“, zu deren Mitgründern er zählte. Auch das trug zu seinem Bekanntheitsgrad bei. Gleiches gilt für seinen Oberbürgermeister-Wahlkampf, den er 1988 unter dem Motto „Der Hase und der Igel“ gegen Amtsinhaber Michael Stöcker (CSU) führte.

„Unser Kurt hat die Stadt Rosenheim geliebt“, sagt Stadtrat Horst Halser (ÖDP). Nicht nur politisch kannten sich die beiden Männer, waren auch seit 30 Jahren eng befreundet. Auch und gerade weil Kurt Müller, gemeinsam mit Johanna Schildbach-Halser, die Nachbarschaftshilfe leitete.

„Er war ein Mentor für mich“, sagt Schildbach-Halser. Gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth verbrachte Kurt Müller viel Zeit mit dem Ehepaar Halser. Gern erinnert sich Horst Halser an die gemeinsame Zeit im Rosenheimer Stadtrat: „Er war ein lebendes Lexikon der Stadtgeschichte. Ich konnte ihn alles fragen.“

Müller habe viel bewegt für die Stadt Rosenheim. Er setzte sich unter anderem für die Sanierung der Kaltenmühle in Happing ein und machte sich für den Erhalt der Nahversorgung in den Stadtteilen stark. Die Kaltenmühle hat sich inzwischen zu einem beliebten Jugendtreff und Bürgerhaus des Stadtteils Happing entwickelt.

Zudem wirkte Müller mit bei der Entscheidung zur Fußgängerzone am Max-Josefs-Platz und zur Landesgartenschau. Seinen größten politischen Erfolg habe Müller im Bau der Umgehungsstraße „Panorama Schwaig“ gesehen, einem der umstrittensten Verkehrsprojekte der Stadtgeschichte. Nur durch den Bau der Querspange, so war Müller überzeugt, habe ein „Verkehrskollaps“ abgewendet werden können. Das Projekt – ein Erfolg, der ohne das Vertrauen seiner Wähler und Weggefährten nicht möglich gewesen wäre.

Größer Erfolg: Panorama Schwaig

„Müller hat wichtige Impulse für eine positive Entwicklung Rosenheims gesetzt“, bewertet die Stadt das Wirken und die Leistungen des Verstorbenen. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer sprach von seiner „besonderen Beharrlichkeit“ und lobte seine „Kompromissfähigkeit“. SPD-Fraktionskollege Robert Metzger beschreibt Müller als „sozial und menschlich“, als jemanden, der „immer Gutes“ getan habe.

„Kurt war ein liebenswürdiger Mensch. Er wird uns sehr fehlen“, ergänzt Horst Halser. hei/bw

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