Rosenheim – Jeden Samstag um Punkt 12 Uhr ertönt Orgelmusik in der Rosenheimer Nikolaus-Kirche. Am morgigen Samstag, 8. Februar, heißt es nun schon zum 500. Mal „Orgelmusik zur Mittagszeit“, jeweils eine halbe Stunde lang –„High Noon“ an der Orgel von St. Nikolaus.
Organisten
aus 14 Ländern
Diese Veranstaltung läuft durchgehend wöchentlich seit der Einweihung der Orgel vor gut zehn Jahren. Dabei haben bisher 108 Organistinnen und Organisten aus 14 Ländern die Orgel einem Publikum von 60 bis weit über 100 Zuhörerinnen und Zuhörern vorgestellt. Initiiert wurde alles von Konrad Heimbeck (59), dem Organisten und Kirchenmusiker in St. Nikolaus. Er selber wird am kommenden „Jubiläums-Samstag“ an der Orgel sitzen.
Wie und warum hat alles begonnen? Losgegangen sei es mit der Orgelweihe am Nikolaus-Tag 2009, erzählt Konrad Heimbeck. Er meinte, an den Samstagen danach mit dem Christkindlmarkt daneben könne man so etwas probieren. Es kamen immer um die 30 Zuhörer. Dann fragte er Kollegen, die spontan zusagten, so entwickelte es sich immer weiter.
Ist es schwer, immer Organisten zu finden? Und gibt es Gagen? Es gibt 100 Euro ohne Ansehen der Person, keine Fahrtkosten, „ob von Rosenheim oder Helsinki“, sagt Heimbeck. Das wird finanziert aus den freiwilligen Eintrittsspenden der Zuhörer.
Professoren
schicken ihre Schüler
Die Organisten kommen – und nur so könne es funktionieren, meint Heimbeck – weil sie gerne auf dieser schönen Orgel unter diesen angenehmen Umständen eine halbe Stunde spielen. Die allermeisten bitten von sich aus, spielen zu dürfen, Orgelprofessoren schicken ihre Schüler, viele kommen immer wieder, nur ganz selten hat Heimbeck jemand anders gebeten, etwa in Urlaubszeiten, in denen sich noch niemand gemeldet hatte. Wenn gar niemand sich meldet, spielt Heimbeck selber, das war immerhin schon 35-mal der Fall.
Viel Wissen
und Herzblut
Diese Orgel, betont Heimbeck, könne das Gemüt der Zuhörer erreichen, weniger durch Lautstärke, sondern aus einem anderen Grund – davon ist Heimbeck ist überzeugt: „Diese Orgel hat irgendwo eine Seele!“ Die Nikolauskirche, die drei Jahre früher schon eingeweiht worden ist, sei erst durch diese Orgel fertig geworden, behauptet Heimbeck. In jedem kleinsten Detail stecke viel Wissen und auch Herzblut.
Es gibt ein treues Stammpublikum von ungefähr dreißig Zuhörern, das mindestens 25mal im Jahr die Orgel hören will. Wie lange wird es diese „Orgelmusik zur Mittagszeit“ noch geben? Zumindest, solange Konrad Heimbeck und sein Pfarrer Andreas Maria Zach, der stolz auf diese samstägliche Orgelmusik ist, noch im Amt sind.
Die Zuhörer kommen gerne, weil die Atmosphäre stimmt und weil Heimbeck sich persönlich liebevoll darum kümmert, wirklich an jedem Orgel-Samstag, so auch am kommenden Samstag um 12 Uhr Mittag – High-Noon an der Orgel.