Rosenheim – Gerhard Holzmeier (64) ist seit 48 Jahren beim Technischen Hilfswerk (THW). Jetzt erhielt der Rosenheimer für seine „vorbildliche Einsatzbereitschaft“ das Ehrenzeichen in Bronze. Die dritthöchste Auszeichnung des THWs.
Gerhard Holzmeier hat schon viel erlebt: Von Einsätzen bei Hochwasser und Sturm bis zum schrecklichen Zugunglück in Bad Aibling. Es sind Einsätze, an die er sich auch Jahre später noch ganz genau erinnert. „Die Bilder gehen einem einfach nicht mehr aus dem Kopf“, sagt er.
Aber es gab eben auch immer wieder schöne Momente. Mit den Kollegen, beim Stammtisch und bei den verschiedenen Übungen.
Noch genau erinnert Holzmeier sich an den Tag vor 48 Jahren, als er, im Alter von 16 Jahren, als Helfer Nummer 513 in den Ortsverband eintrat. Statt zur Bundeswehr zu gehen, beschloss er damals, seinen Wehrdiensteinsatz beim Technischen Hilfswerk zu absolvieren. „Und irgendwie bin ich dann einfach hängengeblieben“, sagt er.
Er wird Trupp- und Gruppenführer, arbeitet sich bis zum Zugführer hoch. 20 Jahre arbeitete er als örtlicher Einsatzleiter für die Stadt Rosenheim. Seit 2006 ist Holzmeier als Fachberater tätig, seit 2009 Schriftführer in der THW Helfervereinigung Rosenheim. Er organisiert Helferausflüge, betreut Infostände auf Veranstaltungen und leitet Führungen von Gästen.
Und das obwohl er voll berufstätig ist, die Arbeit beim Technischen Hilfswerk „nur“ ein Ehrenamt ist. „Es ist gar nicht so einfach, Beruf und Ehrenamt miteinander zu vereinbaren“, sagt Holzmeier. Auch weil er unter der Woche in München wohnt, dort als Facility Manager in der Bayerischen Staatskanzlei arbeitet.
Trotzdem möchte er seine Zeit beim THW nicht missen, denkt gar nicht ans Aufhören. „Ich mache so lange weiter, bis es nicht mehr geht.“ Ohne die Unterstützung der Familie ginge es nicht, fügt er hinzu. Es habe schon Zeiten gegeben, da sei er drei Tage unterwegs gewesen, nach Hause gekommen und schon sei der Piepser wieder losgegangen. „Aber so eingespannt und engagiert hat mich meine Frau eben kennengelernt“, sagt er.
Für seinen unermüdlichen Einsatz bekam er jetzt das Ehrenzeichen in Bronze. „Die Auszeichnung bedeutet mir unheimlich viel und ist eine Anerkennung für die vielen Stunden, die ich investiert habe und auch weiterhin investiere.“
Die Urkunde will er aufhängen, das bronze-farbene Ehrenzeichen hat er bereits an seiner Uniform befestigt.
Anna Heise