Neues Konzept kostet 14 Millionen Euro

von Redaktion

Präsentation des Radverkehrs in der Stadt Kolbermoor – Vorschläge zur Umsetzung

Kolbermoor – Als eine „Arbeitsgrundlage für die Zukunft“ bezeichnete Rathauschef Peter Kloo in der jüngsten Stadtratssitzung das Ergebnis des Radverkehrskonzepts, das jetzt präsentiert wurde. Dem Gremium vorgestellt hat es Dr. Lydia Hufmann-Bisping vom „Institut für innovative Städte“.

Seit 2018 sind sie und weitere Mitarbeiter des Instituts in Kolbermoor unterwegs: Sie haben eine Bestandsaufnahme der Verkehrssituation vorgenommen und vor allem auch die Bürger ins Boot geholt, unter anderem bei einer groß angelegten Befragung (wir berichteten mehrfach).

Viele Radwege
enden im Nichts

Eines der Ergebnisse lautete: „Viele Radwege enden im Nichts“ und es gebe „veraltete Radwege“. Das heißt: sie sind beispielsweise zu schmal. Denn: Die Räder werden schneller, breiter und länger, erklärte Hufmann-Bisping. Obendrein seien viele „Abstellanlagen nicht mehr zeitgemäß“.

Ziel sei es, einen durchgehenden Radwegnetzplan anzustreben, um „alle wichtigen Quellen und Ziele anzubinden“, um letztlich das Radeln zu fördern. Sie sprach auch „besonders wichtige Lückenschlüsse“ an, die „hoch priorisiert“ werden sollten, wie: Bahnhofsunterführung, Umbau der Friedrich-Ebert-Straße zur Fahrradstraße sowie eine Querung des Mangfall-Kanals und der Bahnlinie westlich der Spinnereiinsel.

Als „Netzlücken mittlerer Priorität“ bezeichnete sie die Querung der Staatsstraße zur Pauline-Thoma-Schule, die Anbindung an Großkarolinenfeld über die Kolberstraße sowie die Schaffung einer West-Ost-Verbindung zwischen Glasberg und Bergstraße.

Als Sofortmaßnahmen verwies Hufmann-Bisping auf Radverkehrsfurten und die Absenkung von Bordsteinen. Des Weiteren gebe es zahlreiche Möglichkeiten, um den Radverkehr zu verbessern: Winterdienst für Radlverkehr, öffentliche Servicestationen sowie eine Modernisierung der Fahrradabstellanlagen.

Bei der Umsetzung aller Maßnahmen liegen die Investitionskosten für die Stadt Kolbermoor bei etwa 14,2 Millionen Euro – abzüglich der Förderung, erklärte sie. Anhand der Fahrradstadt Utrecht erklärte sie die Finanzierungsmöglichkeiten: Pro Jahr investieren die Utrechter 50 Euro pro Einwohner. Würde man das auf Kolbermoor umlegen, könnte die Mangfallstadt binnen 15 Jahren die 14 Millionen finanzieren, wenn sie jährlich 49 Euro pro Bürger investiert. Sebastian Daxeder (CSU) sagte, dass die Maßnahmen „nicht zum Nulltarif wären und man sie schnell umsetzen solle“. Georg Kustermann (Grüne) fand, dass sich die 14 Millionen Euro im Hinblick auf den Autoverkehr, „zum Beispiel Kreisel“, relativieren. Und: „Das Rad muss Priorität haben.“ Dieter Kannengießer (Parteifreie Kolbermoor) erklärte, dass man Sofortmaßnahmen sofort billigen sollte, „die eh lange gewollt sind“. Er wies auch auf die Schwierigkeiten hinsichtlich des Grunderwerbs hin.

Das bestätigte auch Dagmar Levin (SPD): „An der Querung des Kanals machen die Eigentümer nicht mit. Aber wir dürfen die Flinte nicht zu schnell ins Korn werfen.“ Bürgermeister Kloo blickte gen Süden: „In Bozen wurden Straßen zu Einbahnstraße umfunktioniert, so hat man Platz für den Radverkehr gewonnen.“

Das Gremium stimmte geschlossen zu, die Sofortmaßnahmen zu prüfen und baldmöglichst umzusetzen.

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