Rosenheim – Der Mitbegründer des Rosenheimer Gewerbeverbandes, Wolfgang Dorusch, ist im Alter von 83 Jahren gestorben.
Wolfgang Dorusch und die Stadt Rosenheim waren über viele Jahre eng miteinander verbunden. Dorusch arbeitete als Rechtsanwalt, war Gründungsmitglied des Gewerbeverbandes. Bis 1983 wirkte Dorusch als Zweiter Vorsitzender des Verbandes, wurde anschließend zum Vorsitzenden gewählt.
Bis 2002 war er in dieser Funktion tätig, arbeitete Seite an Seite mit dem Zweiten Bürgermeister der Stadt, Anton Heindl – dem jetzigen Vorsitzenden des Rosenheimer Gewerbeverbandes. Dorusch sei sehr engagiert gewesen, habe den Gewerbeverband „zum Sprachrohr des Mittelstandes“ entwickelt, sagt Heindl. Dorusch sei ein Bindeglied zwischen den Gewerbetreibenden, dem Stadtrat und der Stadtverwaltung gewesen, Ansprechpartner für alle Unternehmen in Rosenheim.
Er sei hilfsbereit gewesen, habe Brücken gebaut zwischen den unterschiedlichsten Unternehmen. Dank seines unermüdlichen Einsatzes, auch nach seiner aktiven Zeit beim Gewerbeverband, wurde Dorusch schließlich zum Ehrenvorsitzenden gewählt.
Ein Talent
fürs Dichten
Heindl erinnert sich gerne an den Verstorbenen, an die gemeinsam besuchten Versammlungen und Feste. „Sein Ratschlag war mir immer sehr wichtig“, sagt Heindl. Er bezeichnet den Verstorbenen als „hervorragenden Rhetoriker“, der es verstanden habe, Dinge auf den Punkt zu bringen. Er sei humorvoll gewesen, habe ein Talent fürs Dichten gehabt. Jahrelang war Dorusch auch Mitglied im Verein „Schlaraffia“ – einem Verein, der auf den Eckpfeilern Pflege von Kunst, Freundschaft und Humor beruht. Mehr als 40 Jahre gehörte Dorusch dem Vorstand an und übernahm diverse Aufgaben in leitender Funktion. Er sei ein „engagiertes Mitglied“ gewesen, bekannt unter dem Namen „Ritter Apeiron, der dorische Reyter“, sagt Franz Josef Sammer, „Ritter Fresco“ und „Kanzler des Reiches“. Wolfgang Dorusch habe die „Seele des Schlaraffentums“ immer „stolz vorangetragen“. Im Verein sei er bekannt gewesen „für seine klaren Worte, seinen ganz eigenen Humor, für seine Spontanität und seine sprühende Fantasie“, sagt Sammer.
Auch Heindl lobte Doruschs Engagement im gesellschaftlichen Bereich. Dorusch sei ein „aktiver Rosenheimer“ gewesen, habe dazu beigetragen, dass Rosenheim das ist, was es heute ist. „Die Erinnerungen an ihn kann uns keiner nehmen“, sagt Heindl. Und spricht damit nicht nur seiner Familie, aber auch vielen Freunden, Geschäftspartnern, Nachbarn und Mitgliedern des Gewerbeverbandes aus der Seele. Der Trauergottesdienst mit anschließender Beerdigung findet am heutigen Freitag, um 11 Uhr in der Kirche St. Georg in Schloßberg statt.hei/bw