Rosenheim – In der Prinzregentenschule in Rosenheim herrscht Raumnot. Auf die schwierige Situation hatten, wie berichtet, Vertreter des Elternbeirats bei einer Veranstaltung hingewiesen. Die Stadtverwaltung teilt dazu mit, dass seit dem vergangenen Jahr Planungen für einen Erweiterungsbau laufen. Die Schulleitung sei in die Vorgänge einbezogen.
Das neue Gebäude soll auf dem Schulsportplatz entstehen und rund 680 Quadratmeter Nutzfläche bieten. Platz genug, meldet die Stadt, für drei oder vier Klassenzimmer, eventuell auch für ein größeres Lehrerzimmer. Dazu sollen Räume für die Ganztagsbetreuung und einige Nebenräume Platz finden. Vor allem aber der Hort, der aus dem Hauptgebäude ausziehen kann und damit dort rund 470 Quadratmeter Raum frei werden lässt. Mit der Fertigstellung des Neubaus wird zum Schuljahr 2022/23 gerechnet. In der Folge der Bebauung verliere der Schulsportplatz zwar Fläche, der Freisport sei aber weiterhin möglich. Die Pläne seien mit der Schulleitung ebenso abgestimmt wie mit der Regierung von Oberbayern, sagt Thomas Bugl, Pressesprecher der Stadt.
Dass der Platz knapp ist, darin sind sich Eltern, Schulleitung und Stadt einig. Der Vorsitzende des Elternbeirats, Sebastian Dürbeck, spricht von einem „schlechten Lernklima“ und einem wachsenden „Aggressionspotenzial“ aufgrund der Raumnot und steigender Schülerzahlen. Bugl dagegen verweist auf einen Rückgang. Wie er sagt, haben zum Stichtag 1. Oktober 2014 genau 391 Buben und Mädchen die Schule besucht. Zum gleichen Stichtag 2019 waren es 378 Kinder. Die Stadt habe derzeit ein externes Büro hinzugezogen, das eine Schulentwicklungsplanung auf den Weg bringen soll für alle Schulen der Stadt.
Dass die Raumnot so groß ist, führt Bugl insbesondere auf die Entwicklung der Schule selbst zurück: Als sie 2008 nach Umbau und Erweiterung in Betrieb gegangen sei, habe sie „voll und ganz dem Bedarf“ entsprochen. Dann aber folgte die Einrichtung des Horts, später die gebundene Ganztagsschule und schließlich die offene Ganztagsschule. Dieser strukturelle Wandel habe zu immer neuen Anforderungen an das Raumprogramm geführt. Die Stadt habe den Prozess stets begleitet, brauche aber Beschlüsse der kommunalpolitischen Gremien, müsse planen und ausschreiben: Alles Dinge, die Zeit brauchen.
Schulleiterin Helga Wagner will sich grundsätzlich nicht zu den Plänen äußern. Dass sie sich während der Veranstaltung des Elternbeirats nicht zu Wort gemeldet hatte, sei ihrem Beamtenstatus geschuldet, sagt sie. Wagner war aber ebenso vor Ort im Pfarrheim St. Marien, wie ihre Stellvertreterin und einige Lehrer – anders als im OVB-Artikel über die Veranstaltung gemeldet.
Irritationen hatte es zudem gegeben, weil die Diskussionsrunde nicht, wie ursprünglich geplant, in der Schule stattfand, sondern im Pfarrheim. Mit dieser Entscheidung sei die Stadt dem „Neutralitätsgebot“ des bayerischen Kultusministeriums gefolgt, sagt Bugl. Elternbeirat Dürbeck hatte ausdrücklich auch Stadträte und Oberbürgermeisterkandidaten eingeladen. Dass Grünen-Kandidat Franz Opperer im sozialen Netzwerk für die Veranstaltung geworben habe, sei letztlich ausschlaggebend gewesen.bw