Erfolgreicher Radentscheid zwingt zum Handeln

von Redaktion

Rosenheimer Stadträte nehmen Bürgerbegehren an – Rasche Umsetzung gefordert

Rosenheim – Jetzt stehen die Zeichen auf Fahrrad: Die Initiative „Radentscheid Rosenheim“ hat 5335 gültige Unterschriften gesammelt, die Stadträte im Haupt- und Finanzausschuss haben das Bürgerbegehren angenommen. Der Stadtrat wird am 4. März entscheiden. Dann liegt es an der Stadt, das Geforderte umzusetzen. Deren Ziel ist es, dem Radverkehr mehr Priorität einzuräumen – was, laut Stadt, zu Einschränkungen für den Kfz-Verkehr und zu erheblichen Kosten führen wird.

Dokumentierter
Bürgerwille

Armin Stiegler ist zufrieden. Die Unterschriften dokumentierten „einen heftigen Bürgerwillen“, sagt der Landschaftsarchitekt, der mit Steffen Storandt und Dirk Lang zu den Verantwortlichen der Initiative gehört. Wichtig sei es jetzt, dranzubleiben. Konkret wollen er und seine Mitstreiter eine Liste arbeiten, die Maßnahmen aufzeigt, die „leicht und zügig“ umzusetzen sind. Als Beispiel nennt erden Geh- und Radweg an der Gießereistraße, der vom Bahnhof in Richtung Kufsteiner Straße führt. Der Radweg ende abrupt an einem Hinweisschild, doch die Radler könnten nicht auf die Straße ausweichen, sondern müssten weiter auf dem Gehweg radeln, um dann an einer Engstelle einzufädeln. „Eine unmögliche Situation“, findet Stiegler, eben eine, die schleunigst verbessert werden müsse.

Dass die Stadträte im Aussschuss ohne Widerspruch, etwa vonseiten der CSU, für das Bürgerbegehren votiert haben, überrascht Stiegler ein wenig. Mit dem Termin der Unterschriftensammlung habe die Initiative zunächst gehadert, weil das Sammeln im Winter schwieriger sei. Dass man nun aber so kurz vor der Wahl fertig geworden sei, sei natürlich ein glücklicher Umstand, sagte Armin Stiegler. Einen Bürgerentscheid will die Initiative nicht anstrengen.

Mehr Platz
an Kreuzungen

Sie hofft, dass die Stadt den einst eingerichteten Fahrrad-Beirat wiederbelebt und zur Teilnahme auch einen Vertreter aus ihren Reihen einlädt. Zudem baut sie darauf, dass nach und nach viele der gestellten Forderungen umgesetzt werden. Dazu zählt diese, Radfahrstreifen, Schutzstreifen und Sicherheitstrennstreifen breiter anzulegen als vom Gesetzgeber vorgesehen. Außerdem sollen alle Kreuzungen und Einmündungen so umgebaut werden, dass Radfahrer genügend Platz haben, um sich aufzustellen, dass sie gut gesehen werden und direkt nach links abbiegen können. Stadträtin Elisabeth Jordan (SPD) sprach in diesem Zusammenhang die Kaiserstraße an.

Viele Anliegen seien inhaltlich nachzuvollziehen, wünschenswert und griffen Ideen aus der bisherigen Stadtratsarbeit auf, sagte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU). Allerdings, so warnte sie, stünden in der Folge „schwierige Entscheidungen“ an. Sie erinnerte dabei an die Diskussion um die durchgängigen Radwege an der Prinzregentenstraße. Für die dafür notwendigen Baumfällungen sei sie „sehr, sehr angegriffen“ worden.

Insgesamt ist der Zuspruch fraktionsübergreifend groß: Stadtrat Robert Multrus (Freie Wähler/UP Rosenheim) lobte die „sehr klaren Ansagen der Bürger“, die auch ein Ansporn sein sollten, „da und dort die Schritte zu vergrößern“. Robert Metzger, Stadtrat der SPD und Oberbürgermeisterkandidat, mahnte zur Eile. Sagte, nichts sei schlimmer, als einem bürgerschaftlichen Engagement keine Taten folgen zu lassen. bw

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