Abschied von einem Pionier

von Redaktion

Dr. Theodor Roppelt muss aktiven Dienst bei der Feuerwehr aus Altersgründen beenden

Rosenheim – Bei der 160. Jahreshauptversammlung seit Bestehen der Rosenheimer Feuerwehr stand die Verabschiedung des Ehrenmitglieds Gabriele Bauer, aber auch des Mitglieds Dr. Theodor Roppelt aus dem aktiven Dienst, im Mittelpunkt. Der Kommandant und zugleich Vorsitzende, Stadtbrandrat Hans Meyrl, würdigte Bauer und deren Engagement um die Sicherheit der Stadt und seiner Bürger in der zurückliegenden 18-jährigen Amtszeit der Oberbürgermeisterin. „Wir wünschen ihnen alles Gute für die Zukunft und hoffen, dass sie gelegentlich bei der Feuerwehr vorbeischauen“, sagte Meyrl.

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer würdigte die Arbeit der Wehr und das Engagement der Stadt. Sie nannte in diesem Zusammenhang die Aufwendungen der Stadt ein „gut angelegtes Geld“. „Auch ein neuer Bürgermeister, eine neue Bürgermeisterin oder der neue Stadtrat dürfte die Aktivitäten zu schätzen wissen“, sagte Bauer. Sie zitierte die Worte des Sprengmeisters beim jüngsten Bombenfund, der über den reibungslosen Ablauf sagte, sie könne stolz auf ihre Mannschaft sein.

In ihrer Rede im Saal der Hauptwache lobte die Oberbürgermeisterin das Ehrenamt der zahlreichen Helfer in den verschiedenen Diensten. „Das, was ihr leistet, was ihr an Freizeit einbringt, das ist das, was jeden Oberbürgermeister ruhig schlafen lässt“ sagte Bauer.

Zu Gast waren – auch im Hinblick auf das bevorstehende 160. Jubiläum – der neue Vorsitzende des Feuerwehrlandesverbandes Bayern, Johannes Eitzenberger. Er würdigte seinerseits und für den Verband die „vorbildliche Arbeit“ der Wehr und auch das Engagement der scheidenden Oberbürgermeisterin. Es sei wichtig, das Ehrenamt auch in puncto Sicherheit zu stärken: „Dieser besondere Dienst verdient besondere Anerkennung.“ Eitzenberger bezeichnete die Rosenheimer wie die 7700 Wehren mit 320000 Kräften in ganz Bayern als eine „hervorragende Truppe“.

„Vielseitiger Fachmann“

Bei den Ehrungen stach Dr. Theodor Roppelt, der mit Erreichen der Altersgrenze aus dem Führungsdienst ausscheidet, hervor. „Ungern lasse ich diesen hervorragenden und vielseitigen Fachmann in den passiven Dienst gehen“ sagte Meyrl, der betonte, dass sich Roppelt bei den Schulungen besonders hervorgetan habe. Er habe sich als Pionier maßgebend bei der Aufstellung der Strahlenschutzeinheit, der ABC-Komponente und diverse Sonderaufgaben verdient gemacht. Meyrl überreichte Roppelt das Ehrenkreuz der Bayerischen Feuerwehr.

Außerdem konnte Meyrl Beförderungen bekannt geben: Zum Hauptfeuerwehrmann wurde Mathias Weidlich ernannt, zum Löschmeister Christian Ertl, zum Oberlöschmeister Andreas Seidl und zum Brandmeister Andreas Ziehut.

Immer mehr Fehlalarme

Die Einsätze der Rosenheimer Feuerwehr gliedern sich nach Angaben des Stadtbrandrats Hans Meyrl zu 42 Prozent in Technischen Hilfeleistung, gefolgt von 25 Prozent Feuersicherheitswachen sowie 13 Prozent Brandeinsätze. 52-mal wurden Personen bei Feuerwehr-Einsätzen betreut, 495 mal galt es, Personen aus Zwangslagen zu retten, 21 Personen über Leitern der Feuerwehr. Neunmal war es Aufgabe der Feuerwehr, hilflose Personen zu versorgen, zehn Personen konnten nur tot geborgen werden. Bei zwölf Personen wurde medizinische Erstversorgung geleistet. Das Einsatzspektrum reicht hin bis zu fünf Großbränden, 18 Mittelbränden, 52 Kleinbränden und 38 Brandnachschauen. 374 Einsätze galten der Technischen Hilfeleistung. Darunter vielen Ölspuren, zudem Unfälle im Straßenverkehr oder auf Schienenwegen. Die Aufmerksamkeit galt im vergangenen Jahr laut Mayrl zunehmend diversen Fehlalarmen, beispielsweise bei privaten Rauchmeldern in den Wohnungen. Ein großes Thema bei der Rosenheimer Feuerwehr ist zudem die Ausbildung und Fortbildung der acht Löschgruppen und die Brandschutzerziehung in den Bildungseinrichtungen. Positiv nannte Stadtbrandrat Hans Meyrl die Mannschaftsstärke. So zählt die Wehr derzeit über 151 aktive Mitglieder, zwölf mehr als im Vorjahr. Der von allen Feuerwehrdienstleistenden erbrachte Zeitaufwand gliedert sich in 10544 Stunden für die Ausbildung, 847 Stunden für Sitzungen und Vorbereitung sowie 1040 Stunden für Lehrgänge an Feuerwehrschulen. jre

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