München/Rosenheim/Bad Aibling – Es war ein spannender Abend in München: Aufgeregt wirkten sie, die 24 Frauen, die auf der Bühne des GOP Varieté-Theaters standen. Alle in Dirndl, manche Röcke länger als die anderen, die Schuhe von flach bis hoch. So unterschiedlich die Absatzhöhe, das Ziel der jungen Damen ist dasselbe: sie wollen Bierkönigin werden.
81 Frauen hatten sich beim Bayerischen Brauerbund um das Amt der nächsten Bayerischen Bierkönigin beworben. 24 wurden ausgewählt. Bei dem Casting in München haben sich nun sieben Kandidatinnen für die Endrunde am 14. Mai im Löwenbraukeller qualifiziert.
Sie kommen aus Oberbayern, Oberfranken, Schwaben, Mittelfranken und der Oberpfalz. Die Bad Aiblingerin Anna-Lina Castigliana ist eine von ihnen. Sie studiert Kommunikationspsychologie und arbeitet nebenbei – passenderweise – bei Flötzinger-Bräu Rosenheim, wo sie den Social-Media-Bereich betreut. Im Sommer ist sie zudem mit dem „ProBiermobil“ der Brauerei unterwegs.
„Ich bin
total platt“
„Ich bin total platt. Ich habe ganz spontan mitgemacht und überhaupt nicht damit gerechnet, ins Finale zu kommen“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. „Meine Kollegin und meine Mitbewohnerin hatten beschlossen, dass ich da mitmache. Selber bin ich eigentlich gar nicht der Typ, der sich vorne auf die Bühne hinstellt. Aber als die Einladung zum Casting kam, dachte ich, da gehe ich mal hin.“
Besondere Vorgaben gab es ihr zufolge nicht – aber ein Glücksbringer sollte dabei sein, über den die Kandidatinnen sprechen sollten. Bei Anna-Lina Castigliana war es ein von einem Schmuckschmied aus der Region gefertigter Anstecker in Form einer Rose. „Ich habe das Schmuckstück von einem Menschen bekommen, der mir sehr wichtig ist. Und es hat mir Glück gebracht.“
Auch bei den Antworten auf die Fragen der Jury blieb die Bad Aiblingerin spontan, etwa als sie erklären sollte, warum sie die geeignete Kandidatin für den Titel sei: „Zum einen, weil ich am ,ProBiermobil‘ den Menschen mit Freibier ein Lächeln ins Gesicht zaubere. Zum anderen, weil Bier für mich absolut zu Bayern und zum bayerischen Lebensgefühl gehört. Egal, wen man auf der Welt auf deutsche Stereotype anspricht – dann dreht sich alles um Bayern: um Lederhosen, Brezen und eben das Bier“, sagt Castigliana.
Und bekräftigt: „Ich kann mich mit dem bayerischen Bier einfach voll identifizieren und es deshalb gut vertreten.“ Nun also steht sie im Finale um die Kür der Bayerischen Bierkönigin. „Ich freue mich auf die kommenden Wochen und genieße, was alles auf mich zukommt. Wir bekommen Medientraining, unternehmen eine Studienfahrt nach Kulmbach und werden sicher viel lernen. Die amtierende Bierkönigin Vroni Ettstaller steht uns Kandidatinnen auch sehr zur Seite, sie können wir alles fragen.“
Die Bierkönigin aus Gmund am Tegernsee saß ebenfalls in der Jury, die die Finalistinnen nach bestimmten Kriterien ausgewählt hat: ob sie Bayern widerspiegeln, die Begeisterung für das bayerische Bier mitbringen, Tracht tragen und besonders authentisch rüberkommen.
Hier konnte Anna-Lina Castigliana, übrigens eine gebürtige Bad Aiblingerin mit sizilianischem Blut in den Adern, punkten. Begleitet wurde sie in München von ihrem Freund, der Familie und Freunde zu Hause per Mobiltelefon live mit den neuesten Neuigkeiten des Abends versorgte. Wieder zurück in der Heimat wurde dann standesgemäß angestoßen: „Mit einem guten Josefi-Bock.“
Eine Planänderung bringt dieser Etappensieg jedenfalls schon mal mit sich: „Bisher wurde brav gefastet. Aber das verschiebe ich jetzt wohl erst einmal“, lacht die 25-Jährige. Und freut sich nicht nur aufs Finale am 14. Mai, sondern besonders auch auf die jetzt anlaufende Starkbierzeit.