Rosenheim – Start frei für das Bauprojekt „Lena-Christ-Straße“: Mit dem offiziellen Spatenstich beginnen jetzt die Hochbauarbeiten. In unmittelbarer Nähe zur Technischen Hochschule entsteht ein neuer Stadtteil mit 211 Wohnungen. Rund 600 Menschen werden dort ein neues Zuhause finden. Bauherrin ist die Wohnungsbau- und Sanierungsgesellschaft der Stadt (GRWS). Ihr Ziel: Reduzierung der Wohnungsnot.
Baukosten:
50 Millionen Euro
Für Gabriele Bauer war der Spatenstich eine ihrer letzten Amtshandlungen als Rosenheims Oberbürgermeisterin. Ihr Dank ging an alle, „die das Projekt bis zum heutigen Tag entworfen, geplant, organisiert, berechnet, geprüft, finanziert, genehmigt und begleitet haben“. Die Baukosten belaufen sich auf rund 50 Millionen Euro. Zur Realisierung hatte die GRWS Anfang 2018 einen Architektenwettbewerb gestartet. 24 renommierte Architekturbüros aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz nahmen daran teil. Zwölf kamen in die engere Wahl. Das Urteil der Fachjury fiel einstimmig aus: Sieger wurde das Architekturbüro SPP-Sturm, Peter + Peter aus München – in Rosenheim ein bekannter Name, denn Christine und Christian Peter zeichnen auch für die Architektur des Bürgerhauses Happing und die Sanierung der historischen Kaltenmühle verantwortlich.
Den Baugrund von rund 10000 Quadratmeter hat die GRWS im Tausch mit der Bogensiedlung vom Freistaat erhalten, weitere 7300 Quadratmeter befanden sich schon in ihrem Besitz. Auch die Technische Hochschule profitiert. Sie kann ihr Areal an der Bogenstraße erweitern und damit die Zahl der Studenten von 6000 auf 8000 erhöhen.
Geplant ist eine
Blockbebauung
Für alle ehemaligen Mietparteien der Bogensiedlung und Lena-Christ-Straße konnten nach den Worten von Rosenheims Oberbürgermeisterin Ersatz-Wohnungen gefunden werden, die meisten davon im Bestand der GRWS: „Alles ohne Quietschgeräusche, soziale Härten und Einsatz von Rechtsmitteln.“
Gut erkennbar ist bereits jetzt die riesige Dimension dieses Bauvorhabens im Rosenheimer Norden. Geplant ist eine Blockbebauung. Vier winkelförmige Baukörper öffnen sich nach außen und umschließen einen autofreien Innenhof. Zur Westerndorfer Straße hin ist die Bebauung leicht zurückversetzt, um die bestehende Baumallee in ihrer Wirkung zu stärken. Die 101 Wohnungen in Haus A und B werden mit staatlicher Unterstützung, die 110 Wohnungen in Haus C und D frei finanziert errichtet. Integriert in das neue Stadtquartier wird eine sogenannte Großtagespflege. Dort können in Zukunft bis zehn Kinder familiennah betreut werden. Gabriele Bauer sieht in der Planung ein „gelungenes Beispiel für Nachverdichtung“.
Bei den 211 Wohneinheiten und den Außenflächen soll der Fokus klar auf hoher Lebensqualität liegen. Alle sind barrierefrei konzipiert. Das gleiche gilt für die Tiefgarage, die 205 Stellplätze für die Bewohner bieten wird. Darüber hinaus werden ebenerdig 82 Besucherparkplätze und 670 Fahrradstellplätze entstehen. Wichtig ist der GRWS, dass sich das neue Quartier nach außen hin öffnet und gut in die Umgebung integriert. Insbesondere zum Stadtteilzentrum Lessingstraße soll eine Anbindung stattfinden.
Voraussichtlich Anfang 2022 sind die Wohnungen in Haus B bezugsfertig. Im Abstand von jeweils vier bis sechs Monaten folgen die Häuser A, C und D.