Monika Hochmuth, Schule und Bibliothek
Susanne Delp, Leiterin
der Stadtbibliothek
Bettina Sölch, Information und Beratung
Elisabeth Gröger, Information und Beratung
Petra Lausecker, Information und Beratung
Rosenheim – Weil auch die Türen der Rosenheimer Stadtbibliothek während der Corona-Krise geschlossen bleiben müssen, haben sich die Mitarbeiter ein zusätzliches Angebot überlegt: einen Medienlieferdienst. Ein Gespräch mit Susanne Delp, der Leiterin der Stadtbibliothek, über Fahrräder, Bücher und wie es trotz Corona weitergeht.
Wie funktioniert der Lieferservice? Und woher kam die Idee?
Der Lieferservice startete bereits im April 2016 unter dem Motto „Bücher kommen zu Menschen“ und war ursprünglich ein Angebot für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Seit Corona kann jeder das Angebot nutzen. Unsere Mitarbeiter sind im Stadtgebiet unterwegs und liefern die Medien nach Hause. Dafür muss man eine E-Mail mit der Bibliotheksausweisnummer und der Adresse an stadtbibliothek@rosenheim.de schreiben und die gewünschten Medien im Bibliothekskatalog auf Verfügbarkeit prüfen. Es können maximal zehn Medien pro Person geliefert werden, solange die Personalkapazitäten dafür ausreichen.
Wie groß ist die Resonanz bis jetzt?
Die Kunden reagieren durchweg erfreut und dankbar auf das Angebot und die willkommene Abwechslung. Der erforderliche Sicherheitsabstand ist dabei für beide Seiten kein Hindernis.
Wer nutzt das Angebot?
Eine Tendenz lässt sich noch nicht feststellen. Momentan ist die Zielgruppe sehr gemischt. Obwohl man sagen kann, dass die Auswahllisten der Kinder meist deutlich umfangreicher sind als die der Erwachsenen.
Wie viele Bibliotheks-Mitarbeiter sind eingespannt? Hat jeder sein eigenes Rad?
Beim Packen der Medienpakete für die Bibliothekskunden sind mehrere Kolleginnen beteiligt, alleine würde man das gar nicht schaffen. Die Auslieferung übernehmen sowohl zwei ehrenamtliche Radlerinnen, die die Päckchen jeweils am Nachmittag ausliefern als auch die Bibliotheksmitarbeiterinnen. Die Rosenheimer Bibliothek hat ein eigenes Bibliotheksfahrrad mit einem Anhänger, beides wurde finanziert aus Mitteln der Sparkassenstiftung Zukunft.
Zum Glück haben all unsere Auslieferer auch eigene Fahrräder mit wasserdichten Taschen.
Welche Medien werden am Meisten bestellt?
Die Bestellungen sind gemischt: Sachbuch, Romane, DVDs, Hörbücher und auch Kinderbücher. Manchmal sogar alles in einer Bestellung. Für jedes Familienmitglied ist was dabei.
Wie wird die Zeit sonst genutzt, in der die Bibliothek geschlossen hat?
Das Packen der Lieferungen nimmt tatsächlich sehr viel Zeit in Anspruch, die wir aber sehr gerne dafür aufwenden. Außerdem stehen wir den Kunden, so gut es geht, telefonisch zur Verfügung, um Fragen zu den entliehenen Medien und der Onleihe zu beantworten. Daneben nutzen viele Kolleginnen die Möglichkeit den Bestand genauer unter die Lupe zu nehmen – welche Medien sollte man ersetzen, wo fehlt es an wichtigen Dingen. Die Bestellungen und die Einarbeitung aller Neuerscheinungen laufen weiter wie bisher. Vier Mitarbeiterinnen der Bibliothek unterstützen derzeit im Bürgertelefon der Stadt. Interview: Anna Heise