Der virtuelle Jugendtreff

von Redaktion

Wie der Stadtjugendring auch weiterhin mit Jugendlichen in Kontakt bleibt

Rosenheim – Kein gemeinsames Fußballspiel, kein Treffen mit den Freunden: Die Auswirkungen der Corona-Krise treffen auch Jugendliche. Der Rosenheimer Stadtjugendring hat deshalb ein virtuelles Jugendzentrum ins Leben gerufen, um junge Leute miteinander zu vernetzen.

Einzelgespräche
mit den Pädagogen

Drei Stunden am Tag verbringt Fabian Behr vom Stadtjugendring auf der Internet-Plattform „Discord“. Eine Plattform, die ursprünglich zur Kommunikation unter Videospielern entstanden ist, sich aber auch „hervorragend für digitale Jugendarbeit“ eignet.

Er chattet mit Jugendlichen, steht für Einzelgespräche zur Verfügung und kontrolliert, ob sich jeder Teilnehmer an die virtuellen Hausregeln hält. Beleidigungen und Cybermobbing sind untersagt, Pseudonyme als Namen dürfen nicht verwendet werden und die Jugendlichen sind dazu aufgefordert, „Rücksicht aufeinander zu nehmen“. „Die Zeiten grad sind schon seltsam und schwer genug, da braucht man nicht auch noch hier Stress ohne Grund“, heißt es ganz oben auf der Internetplattform.

Seit knapp zwei Wochen haben Jugendliche die Möglichkeit, sich virtuell zu treffen. Sie müssen sich mit ihrem Namen registrieren, können entscheiden, ob sie ein Profilbild hochladen wollen oder nicht. Ist die Anmeldung erledigt, können sie sich zum gemeinsamen Videospielen verabreden, sich mit Kaffee und Kuchen im Videochat treffen.

Damit die Jugendlichen nicht komplett auf sich alleine gestellt sind, sind die Mitarbeiter des Stadtjugendrings täglich von 15 bis 18 Uhr ebenfalls auf der Plattform unterwegs. „Es ist wichtig, dass die Jugendlichen auch in dieser Zeit eine Bezugsperson haben“, sagt Behr. Oft wollen die Jugendlichen „einfach nur quatschen“, sich für einen Moment ablenken. Ein „richtiges Beratungsgespräch“ habe Behr zwar noch nicht gehabt, trotzdem merke er, dass die Corona-Krise auch die Jugendlichen mitnimmt. So leben viele auf „engstem Raum“ und könnten ihre Freunde nicht treffen.

Hier will das virtuelle Jugendzentrum helfen. Treffen sich die Jugendlichen sonst im Jugendzentrum „ChillMill“ an der Happinger Straße, schalten sie jetzt eben den Computer an.

Jugendliche können
sich einbringen

Geht es nach Behr, soll den Jugendlichen in den kommenden Wochen einiges geboten werden. Er spricht von einem gemeinsamen Kochen, von einem virtuellen Fußballturnier und der Möglichkeit, gemeinsam „Stadt-Land-Fluss“ zu spielen. „Die Jugendlichen können sich auch selbst mit Ideen einbringen“, sagt Behr.

Auch für Jugendliche, die bisher noch nicht in einem der Rosenheimer Jugendzentren waren, stehen die virtuellen Türen offen.

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