Eine Welle der Hilfsbereitschaft

von Redaktion

Mitglieder des Vinzentiusvereins freuen sich über Spenden, mit denen sie wiederum Bedürftigen helfen können

Rosenheim –Die Corona-Krise stellt nicht nur das öffentliche Leben auf den Kopf, sondern sorgt auch für eine Welle der Hilfsbereitschaft. Eine Beobachtung, die auch Manfred Hellstern vom Rosenheimer Vinzentiusverein gemacht hat. Hier sind in wenigen Tagen fast 3000 Euro eingegangen. Geld, mit dem zusätzliche Lebensmittel für bedürftige Rosenheimer eingekauft werden können.

Heute ist es wieder so weit. Im alten Pfarrhof von St. Nikolaus findet die Lebensmittelausgabe des Rosenheimer Vinzentiusvereins statt. Fast 200 Bedürftige erhalten hier Brot und Backwaren sowie Einkaufsgutscheine und Lebensmittel. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter haben die vergangenen Tage genutzt, um zahlreiche Tüten zu packen. Jeder Bedürftige bekommt zwei –eine mit alltäglichen Lebensmitteln wie Nudeln, Reis, Tee, Kaffee, Säften, Konserven, Marmelade oder Honig, eine andere mit Süßigkeiten.

„Eine Süßigkeiten-Tüte hat es vor der Krise nicht gegeben“, sagt Manfred Hellstern, der Zweite Vorsitzende des Vereins. Möglich gemacht haben das die zahlreichen Spenden aus der Bevölkerung. Immer wieder komme es auch vor, dass Bürger „eine Tasche voller Lebensmittel“ in die Ausgabestelle vorbeibrächten. „Die Leute sind unheimlich dankbar und freuen sich“, sagt Hellstern.

Diese Freude können auch die zahlreichen Änderungen nicht trüben, die die Corona-Krise mit sich gebracht hat. Konnten die Bedürftigen vor der Corona-Krise ihre Lebensmittel noch selbst aussuchen, müssen sie jetzt mit den fertig gepackten Tüten vorliebnehmen. Sowohl die ehrenamtlichen Mitarbeiter als auch die Bedürftigen müssen einen Mundschutz tragen, einige entscheiden sich außerdem für Handschuhe. Jeder achtet drauf, den Mindestabstand genauestens einzuhalten. Auch, weil ein Großteil der Bedürftigen aufgrund ihres Alters zur Corona-Risikogruppe gehört. „Viele haben sich zu Beginn der Krise nicht aus dem Haus getraut“, teilen die Ehrenamtlichen mit. Kurzfristig habe der Vinzentiusverein deshalb einen Lieferservice eingerichtet, um die Menschen weiterhin zu versorgen. Das sei ein deutlich größerer Aufwand gewesen. Trotzdem seien die Ehrenamtlichen froh, dass der Verein „ohne Unterbrechung“ für die Menschen da sein konnte. Wenn auch mit einigen Veränderungen.

So müssen die, die nicht den Lieferservice in Anspruch nehmen, auf dem Hof warten, bis sie an der Reihe sind. Für diejenigen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, haben die Ehrenamtlichen Stühle aufgestellt. Immer nur zwei Personen dürfen zur gleichen Zeit in die Räumlichkeiten am alten Pfarrhof eintreten. Sie holen sich ihre Tüten ab, nehmen die Einkaufsgutscheine entgegen und können Brot und Backwaren der Bäckereien Bergmeister und Huber vom Vortag erhalten. Dann gehen sie auf der anderen Seite wieder raus – denn Ein- und Ausgang sind strikt voneinander getrennt. „Wir haben ein wirklich gutes Konzept ausgearbeitet“, sagt Hellstern.

Trotzdem hoffen er und seine Mitarbeiter, dass irgendwann wieder „ein Stück Normalität“ eingekehrt. Bis dahin wollen sie das Beste aus der Situation machen. Eine Situation, die durch die Unterstützung „einfacher zu ertragen ist“. „Ich möchte mich auf diesem Weg bei allen Spender bedanken, besonders auch bei der Pfarrei St. Nikolaus, die uns auch die Räume zur Verfügung stellt“, sagt Manfred Hellstern. Anna Heise

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