Licht am Ende des Tunnels

von Redaktion

Schlößlstraße in Rosenheim soll saniert werden – Streifen für Radfahrer nicht geplant

Rosenheim – Der Zustand der Schlößlstraße im Rosenheimer Stadtteil Westerndorf-St. Peter ist schlecht. Doch das könnte sich bald ändern. Im jüngsten Ausschuss für Verkehrsfragen und Öffentlichen Personen Nahverkehr (ÖPNV) einigten sich die Stadträte einstimmig auf die Erstellung eines Vorentwurfs, der zeigen soll, wie die Straße saniert werden kann. Ein Streifen für Radfahrer ist dabei nicht vorgesehen.

Dringender
Handlungsbedarf

Schlaglöcher, Risse im Teer und ein schlechter Unterbau: Schön ist die Situation in der Rosenheimer Schlößlstraße nicht. Das weiß auch Oberbürgermeister Andreas März (CSU). Er sei selbst vor Ort gewesen, habe mit den Anwohnern gesprochen und sich ein Bild von der Lage gemacht. „Da herrscht dringend Handlungsbedarf“, sagte er.

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Tiefbauamt vier Vorentwürfe mit unterschiedlichen Ausbauquerschnitten im Verkehrsausschuss vorgestellt. Damals sei vor allem die vierte Variante positiv aufgefallen – ein Gehweg, zwei Fahrradstreifen und eine Straßenbreite von insgesamt 10,50 Meter. Doch dieser Vorschlag fand bei der im Oktober vergangenen Jahres stattfindenden Bürgerversammlung keinen Zuspruch unter den Anwohnern.

Denn da es in der Schlößlstraße keine Gehwege gibt, müssten diese angelegt werden. Das allerdings würde nicht nur zu einer Sanierung – sondern auch zu einem Ausbau der Straße führen. Um diese Variante zu realisieren, müssten die Grundstückseigentümer Flächen an die Stadt abtreten. 20 von 40 Einwohnern seien damit nicht einverstanden gewesen, teilt die Stadtverwaltung mit. Elf von ihnen haben bisher keine Rückmeldung gegeben. Auch sorgten sich die Anwohner, dass Stellplätze wegfallen würden, wenn die Straße verbreitert würde, und dass Verkehr und Gestank zunähmen. Die direkten Anwohner sprachen sich zudem gegen eine Verbreiterung des Gehweges aus, da es gar nicht so viele Fußgänger gebe. Zudem äußerten sie den Wunsch nach einer Tempo-30-Zone und einer Begrenzung für Fahrzeuge mit maximal 7,5 Tonnen.

Die Wünsche der Bürger fanden Gehör in Form eines CSU-Antrags. In diesem fordert die Stadtratsfraktion die Verwaltung auf, die Schlößlstraße auszubauen. Dabei soll sie aber nicht verbreitert werden und lediglich „einen ausreichend breiten Gehsteig auf einer Seite der Fahrbahn“ erhalten. Des Weiteren wird im Antrag gefordert, dass „auf- grund der aus dem Querschnitt gegebenen Mitbenutzung des Radverkehrs“ die Höchstgeschwindigkeit auf der Schlößlstraße dauerhaft auf 30 km/h begrenzt werden soll. Auch soll die Straße nach Fertigstellung der Westtangente „für den Schwerverkehr gesperrt werden“. Ob beides umsetzbar sei, müsse noch geprüft werden. Unklar ist bisher auch, wie die Forderungen aus dem Radentscheid Einfluss haben auf die Planung.

„Es ist natürlich schade, dass wir die Grundstücke nicht bekommen“, sagte der CSU-Fraktionsvorsitzender Herbert Borrmann. Aber er verstehe die Entscheidung der Anwohner.

„Radentscheid nicht vernachlässigen“

Weniger verständnisvoll reagierte Franz Opperer (Grüne): „Wir planen die Straße nicht nur für die Anwohner.“ Er sprach sich für einen einseitigen Gehweg sowie zwei Schutzstreifen für die Radfahrer aus. „Wir dürfen den Radentscheid nicht vernachlässigen“, begründete er.

Laut März ist es „schwierig, immer und überall den Radentscheid einzubeziehen“, auch weil Rosenheim eine Stadt mit „engen Straßen“ sei, man deshalb „ab und zu an Grenzen stoße“. Stadtrat Florian Ludwig (CSU) sprach von einer „Frage der Verhältnismäßigkeit“. „Es gibt einfach Situationen, in denen wir die Forderungen des Radentscheids nicht so einfach umsetzen können“, sagt er.

Anderer Ansicht war SPD-Stadtrat Robert Metzger: „Wir können nicht gleich bei der ersten Straße, die wir bauen, den Radentscheid vernachlässigen.“ Franz Baumann (Freie Wähler/UP) regte an, zu überprüfen, ob Tempo 40 auch eine Möglichkeit sei.

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