Im Corona-Modus

von Redaktion

Verunsicherte Kinder und zahlreiche Regeln an der Astrid-Lindgren-Grundschule

Rosenheim – Die Grundschulen in Rosenheim haben wieder geöffnet. Doch die Situation vor Ort ist schwierig. Vor allem für die Kinder. Inge Thaler, die Schulleiterin der Astrid-Lindgren-Grundschule gibt einen Einblick.

Große Unsicherheit bei den Schülern

In der Astrid-Lindgren-Grundschule gibt es jetzt Einbahnstraßen und Stoppschilder. Auf dem Boden sind Markierungen, am Eingang steht eine Tafel mit den wichtigsten Verhaltensregeln. Daneben eine Holzkiste. Hier können die Zweitklässer ihre Arbeitsmaterialien abholen und die fertigen Arbeitsblätter wieder abgeben. Im Schulhaus selbst ist es ruhig. Die Gänge sind leer, nur in den Klassenzimmern hört man die leisen Stimmen der Lehrer. „Die Schüler sind sehr ernst. Nur selten wird gelacht“, sagt Inge Thaler. Sie habe seit der Wiedereröffnung jede Klasse besucht, sich nach dem Wohlbefinden der Schüler erkundigt. Angst, sich mit dem Coronavirus anzustecken habe niemand. Dafür herrsche eine große Unsicherheit, sagt Inge Thaler.

„Es ist komisch, dass ich in der Schule Abstand zu meinen Freunden halten muss, aber am Nachmittag ganz normal mit ihnen spielen kann“, sagt Valerie aus der vierten Klasse. Ähnlich geht es ihren Klassenkameraden. „Ich mag es nicht, dass man durch die Maske nicht mehr sieht, ob ein anderer glücklich ist oder nicht“, sagt Pedro. Auch sei es für viele Schüler komisch, dass das Schulhaus „so leer ist“.

Inge Thaler versteht die Sorgen der Schüler. Viel daran ändern kann sie im Moment nicht. Auch weil die Situation für sie eine ungewohnte ist.

Wochenlang habe sie mit ihren Kollegen zusammengesessen, überlegt, wie sich die einzelnen Hygienevorschriften am besten umsetzen lassen. Entstanden ist ein bis ins kleinste Detail durchgedachtes Konzept. Im gesamten Schulhaus herrscht eine Maskenpflicht. Es gibt eine genaue Markierung, wer wo langzugehen hat. Einige Schüler benutzen den Hintereingang, die anderen den Vordereingang. „Wir achten darauf, dass sich so wenig Schüler wie möglich begegnen“, sagt sie. Schwierig sei das lediglich auf dem Schulhof. Auch hier gelte eine Maskenpflicht, trotzdem komme es immer wieder vor, dass der Mindestabstand nicht eingehalten werde. Um trotzdem nicht den Überblick zu verlieren, finden die Pausen gestaffelt statt. Jeweils 20 Kinder dürfen sich zur gleichen Zeit auf dem Pausenhof aufhalten. Zwei Lehrer passen auf, dass sich jeder so gut es eben geht, an die Regeln hält. „Normalerweise haben wir zwei Lehrer bei 260 Schülern. Jetzt haben wir zwei Lehrer für 20“, sagt Inge Thaler.

Auch gibt es eine genaue Einteilung, wann welche Klasse Unterricht hat. Zwischen den einzelnen Klassen müssen die Lehrer die Klassenzimmer desinfizieren. Am Abend kommt eine Putzfirma und kümmert sich um den Rest.

Trotz der zahlreichen Vorschriften ist Inge Thaler froh, wieder an der Schule zu sein. Und das obwohl sie mit ihren 65 Jahren zur Corona-Risikogruppe gehört. „Zuhause bleiben wollte ich trotzdem nicht. Die Schulleiterin gehört einfach in die Schule“, sagt sie.

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