Rosenheim – Auf dem ehemaligen Hubauer-Gelände in Rosenheim sollen unter anderem Wohnungen für Studenten und ein Boardinghaus entstehen. Nachdem die Mitglieder des Pandemie-Rates dem Bebauungsplan bereits in der April-Sitzung einstimmig zugestimmt hatten, laufen die Arbeiten auf dem Gelände mittlerweile auf Hochtouren.
5000 Quadratmeter an Stadt verkauft
Auf dem 14000 Quadratmeter großen Areal an der Marienberger Straße in Rosenheim hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan. Die Industriehalle, die von der Firma Krones genutzt wurde, ist fast vollständig abgerissen. Überall stehen Container und Bagger. Stück für Stück wird hier Raum für Neues gemacht. Läuft alles nach Plan, sollen die Abrissarbeiten Ende Juni beendet sein. Mit dem Neubau könnte dann bereits im Juli begonnen werden. Entstehen soll dort, wie berichtet, der Campus Rosenheim. „Wir bauen kein Studentenheim, sondern ein kleines Dorf mit urbanem Charakter“, sagt Professor Peter Astner, der Initiator und Investor des Projektes.
Vor fünf Jahren kaufte er das Hubauer-Gelände, verkaufte später 5000 Quadratmeter des Areals an die Stadt Rosenheim. Die Stadt will hier, im Osten des Grundstücks, über ihre Tochter GRWS, ein Wohngebiet mit 40 Wohnungen und 68 Appartements verwirklichen. Geplant sind, laut Stadtverwaltung, drei Häuser mit drei bis fünf Geschossen im Westen, sowie zwei viergeschossige Gebäude im Osten. „Mit den Appartements wird dem dringenden Bedarf an Kleinwohnungen für das Personal des Rosenheimer Klinikums entgegengekommen“, teilt die Stadtverwaltung mit. Die Kosten für das Projekt betragen 23,2 Millionen Euro. Der Baubeginn ist im Herbst 2020, die Fertigstellung für den Sommer 2022 geplant.
Anders sehen die Pläne für den restlichen, im Süden gelegenen, Teil der Fläche aus. Auf dem rund 10000 Quadratmeter großen Areal sollen 211 Wohnungen für Studenten entstehen, dazu ein Boardinghaus mit 44 Zimmern, in denen Professoren und Studenten übernachten können, die zu Gast an der Technischen Hochschule sind.
Das Projekt verwirklichen wird das Architekten-Contor Müller Schlüter (ACMS) aus Wuppertal. Geplant ist eine Art „gestapeltes Dorf“ mit Dachterrassen, einer Post, einem Café, einem Waschsalon, einer Fahrradwerkstatt und Einkaufsmöglichkeiten. „So etwas hat es vorher noch nie gegeben“, sagt Professor Astner. Die Parkplätze sind entlang der Baugleise angeordnet, auf eine Tiefgarage soll verzichtet werden.
Projektvolumen:
39 Millionen Euro
Für Astner und die Mitglieder der Projektgesellschaft „Campus RO“, habe der regionale Gedanke im Vordergrund gestanden. So wurden ausschließlich Unternehmen aus der Region beauftragt – unter anderem das Rosenheimer Architektur- und Ingenieurbüro Guggenbichler und Wagenstaller, das Bauunternehmen Grossmann sowie das Unternehmen Huber und Sohn aus Bachmehring.
Gesetzt wird auf eine nachhaltige Holz-Hybrid-Bauweise. „Wir wollen die Holzstadt Rosenheim auch sichtbar nach außen symbolisieren“, sagt Astner. 39 Millionen Euro umfasst das Projektvolumen.
Läuft alles nach Plan könnten die ersten Studenten im Wintersemester 2021 einziehen. Ein straffer Zeitplan, an dem sich trotz der Corona-Krise nichts geändert hat.