Rosenheim – 1955 als Trommlerzug gegründet, will der Spielsmannzug Rosenheim heuer sein 65-jähriges Bestehen feiern. Doch die Corona-Pandemie hat auch den Spielmannszüg- lern einen Strich durch die Jahresplanung gemacht. Die rund 45 aktiven Musiker versuchen nach eigenen Angaben trotzdem, sich nicht unterkriegen zu lassen. Auch ohne gemeinsame Proben soll das musikalische Niveau gehalten werden, damit einem Jubiläumskonzert nichts im Wege steht.
Rund 15 Auftritte waren für dieses Jahr geplant. Im Januar wurde noch das neue Repertoire vorgestellt, die Proben der neuen Stücke liefen nach Angaben der Verantwortlichen „richtig gut“. „Anfang März fand unser erstes von vier geplanten Übungswochenenden statt, alle waren richtig motiviert.
Monatelang
nicht mehr geprobt
Und dann kam Corona und wir mussten alle Proben, lange geplante Workshops und Auftritte absagen. Seit Mitte März haben wir uns nicht mehr persönlich getroffen, mittlerweile also fast drei Monate“, erzählt Manuela Geberl, Musikalische Leiterin des Vereins. Doch die beiden Dirigenten Selina Rupp und Stephan Marketsmüller haben sich schnell etwas einfallen lassen: Sie riefen noch im März die vereinsinterne „Corona-Challenge“ aus. Jedes Register – von den Flöten über die Fanfaren und dem Schlagwerk bis zu den Mallets – erhält seitdem jede Woche Technik-Übungen und Stücke für zu Hause. Wer ein Video von sich beim Üben schickt, erhält Punkte für das Ranking. „Ursprünglich geplant war, die Challenge bis zu den Osterferien durchzuziehen. Inzwischen sind wir in Woche elf angekommen und hoffen alle, uns bald wieder zu den Proben treffen zu können“, erklärt Selina Rupp. Stephan Marketsmüller ergänzt: „Wir sind aber zuversichtlich, dass wir durch das Üben zu Hause unser musikalisches Niveau zumindest halten können.“
Auftritt Ende
Oktober als Ziel
Das große Ziel aller Vereinsmitglieder: das geplante Jubiläumskonzert zum 65-jährigen Bestehen am 31. Oktober im Ballhaus spielen zu können. „Dafür müssen natürlich erst einmal die äußeren Bedingungen passen und Veranstaltungen wieder erlaubt sein sowie die Infektionsgefahr für alle Konzertbesucher quasi ausgeschlossen werden“, sagt Andreas Gehrig, Vorsitzender des Vereins. „Wir sind gespannt, wann Proben wieder erlaubt sind.“ Davon hänge auch die musikalische Vorbereitung auf das Jubiläums-Konzert ab. Gehrig: „Aktuell planen wir aber fest mit diesem Termin und hoffen, dass wir unseren Geburtstag auch wirklich dieses Jahr feiern können.“
Termine abgesagt
oder in der Schwebe
Die restlichen Auftritte und Termine des Vereins wurden zum Teil schon abgesagt oder sind in der Schwebe. Eine Ausnahmesituation für die Vorstandschaft und alle Spielmannszügler: Allen fehlen die Proben und wöchentlichen Treffen und alle fiebern auf die Wiederaufnahme der Proben hin. Zum einen wegen dem gemeinsamen Musizieren, zum anderen natürlich wegen der Gemeinschaft.
„Die soziale Komponente spielt im Verein eine wichtige Rolle. Wir sind quasi wie eine große Familie, die sich seit Wochen in der Isolation befindet und sich nicht treffen darf. Das macht sich auch bei uns bemerkbar“, sagt Geberl. Umso größer wird die Freude bei den Musikerinnen und Musikern sein, wenn die erste Probe wieder im Übungsraum im Bürgerhaus Happing stattfinden kann – und nicht nur virtuell per Video.