Zum Bericht „Teillösung für unendliche Geschichte“ im Lokalteil:
Bei der Diskussionsveranstaltung des Forums mit den damaligen OB-Kandidaten Andreas März, Franz Opperer, Christine Degenhardt und Robert Metzger waren sich alle Kandidaten darin einig, dass eine Verkehrswende überfällig ist. Mit ihren Fraktionen haben diese vier Personen eine überwältigende Mehrheit im jetzigen Stadtrat. Die Entscheidung, die Kufsteiner Straße von der Panorama-Kreuzung bis zur Mangfallbrücke dreispurig auszubauen, machte Hoffnung, dass die Standpunkte bei der Diskussionsveranstaltung nicht nur leere Wahlkampfversprechen waren. Umso größer ist jetzt die Enttäuschung, dass im weiteren Verlauf ab Mangfallbrücke stadteinwärts doch wieder ein vierspuriger Ausbau mit Aufweitung auf bis zu sechs Fahrstreifen in Betracht kommt. An eine Verlagerung des Verkehrs auf Rad, Bus und Bahn ist dabei offensichtlich nicht mehr gedacht, an eine Entlastung vom Durchgangsverkehr nach Fertigstellung der West-Umgehung wohl auch nicht. Die Interessen der Anlieger (links abbiegende Anwohner und Gewerbebetriebe) würden doch wieder dem Autoverkehr geopfert. Und eine Straßenschneise, die von den vorhandenen Bäumen nördlich der Bahnüberführung kaum noch etwas übrig lässt, unterbindet jede stadtgestalterische Ambition.
Aus Sicht des Rosenheimer Forums ist ein durchgängiger zweispuriger Ausbau – wenn nötig mit einer wechselnden Linksabbiegerspur – die verkehrstechnisch und städtebaulich gebotene Lösung. Damit könnten alle ehemaligen OB-Kandidaten ihr Versprechen einer Verkehrswende noch einmal bekräftigen.
Hermann Biehler
Rosenheim