Leserforum

Ehrliche Beteiligung der Bürger gefordert

von Redaktion

Zum Bericht „Teillösung für unendliche Geschichte“, erschienen im Lokalteil:

Nach Protesten der Bürger beschloss der Stadtrat zuletzt, die Kufsteiner Straße ab der Mangfallbrücke stadtauswärts nur noch dreispurig auszubauen. Ein richtiger Schritt weg vom Glauben an ein unbegrenztes Verkehrswachstum, hin zu einem sinnvollen, gleichwohl schmerzhaften Maßhalten.

Unverständlich ist, dass die Unterführung trotzdem vierspurig und weiter bis zum Eisstadion auf bis zu sechs Spuren ausgeweitet werden soll. Sogar der zuletzt beauftragte Verkehrsplaner spricht davon, dass drei Spuren bis zur Mangfall nur unwesentlich leistungsschwächer sind, weniger Eingriffe in die anliegenden Grundstücke und dabei bessere Erreichbarkeit bedeuten.

Leider sind dem Stadtrat weder die Verkehrsberechnungen noch alle Planungen ausreichend bekannt, geschweige denn den Bürgern. Eine Fortführung der versprochenen Untersuchung eines dreispurigen Ausbaus stadteinwärts über die Unterführung hinaus unterbleibt gänzlich. Wo bleibt das Einbeziehen der Stadtbürger?

Versprochen hat der Stadtrat zuletzt mit der Annahme des Radentscheids die Hinwendung zu einer Verkehrswende. „Eine Politik, die darauf bedacht ist, Engstellen für den motorisierten Verkehr zu beseitigen, zusätzliche Fahrspuren und Parkhäuser in der Innenstadt zu errichten, ist zum Scheitern verurteilt. „Was nützt ein vierspuriger Ausbau der Haupteinfallstraßen, wenn der Stau weiter innen unvermeidlich ist?“ Besser als vom Bürgerbegehren Radentscheid formuliert, lässt sich das kaum auf einen Punkt bringen.

Ich wünsche mir eine sorgfältige Abwägung mit einer offenen und ehrlichen Beteiligung der Stadtbürger und keine Hauruck-Aktion. Andere Städte bauen Straßen zurück, weil dem Auto nicht mehr die Priorität zugestanden wird wie früher. Will man in Rosenheim noch immer die autogerechte Stadt?

Susanne Richter

Rosenheim

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