Platz nehmen – direkt an der Mangfall

von Redaktion

Marode Abdeckung auf den Spundwänden wird entfernt und aufwendig erneuert

Südlich der Mangfall wurde jetzt mit der Maßnahme begonnen.

Franz Wibmer, Mitarbeiter der Firma Porr GmbH & Co. KGaA, entfernt derzeit an der Unteren Mangfallstraße die marode Holzabdeckung der Spundwände. Fotos Riediger

Kolbermoor/Rosenheim – Die Holzabdeckungen auf den Spundwänden an der Mangfall gehören bald der Vergangenheit an. Denn seit dieser Woche werden die teilweise maroden und mit vielen Löchern versehenen hölzernen Abdeckungen entfernt – gestartet wurde an der Unteren Mangfallstraße.

Wenn alles nach Plan läuft sollen die Arbeiten Mitte Oktober abgeschlossen sein, teilt Projektleiterin Iris Reitinger-Eß vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen mit.

Und dann können die Kolbermoorer Platz nehmen: Denn die Betonplatten, die die Holzabdeckung ersetzen sollen, dienen auch als Sitzgelegenheiten.

Insgesamt handelt es sich um etwa 1300 Meter Betonabdeckung und etwa 520 Meter Stahlabdeckung.

Das heißt: In den Bereichen zwischen der ehemaligen Handelsschule an der Oberen Mangfallstraße und der Einmündung Brünnsteinstraße in die Untere Mangfallstraße südlich der Mangfall sollen Betonabdeckungen erfolgen, so Reitinger-Eß.

Bis zur Stadtgrenze Rosenheim

„Nördlich der Mangfall am Schwarzen Weg zwischen Brückenstraßen-Brücke und Carl-Jordan-Brücke wird eine Abdeckung der Spundwand aus Betonfertigteilen aufgebracht“, erklärt sie weiter. Stahlabdeckungen sollen lediglich zwischen der Einmündung Brünnsteinstraße und der Stadtgrenze zu Rosenheim auf der südlichen Seite montiert werden.

Aber es sollen nicht nur die Abdeckungen der Spundwände realisiert werden, sondern noch viel mehr: Im Bereich des Schwarzen Weges wird die Spundwand an zwei Stellen geöffnet. „So kann man auch hinter die Spundwand gehen und sich eventuell an die Böschung zur Mangfall setzten. Im Hochwasserfall werden diese Öffnungen selbstverständlich geschlossen“, erläutert sie.

Das ist unter anderem das Ergebnis des Bürgerworkshops, den die Stadt Kolbermoor 2015 nach der Errichtung der Spundwände durchgeführt hat.

An drei Tagen konnten die Bürger ihre Ideen und Vorschläge einbringen – „und 1250 Vorschläge sind damals eingegangen“, erklärt Christian Poitsch vom Stadtmarketing (wir berichteten).

Kosten belaufen
sich auf 800000 Euro

Dieter Kannengießer wies auch in der jüngsten Stadtratssitzung auf die Maßnahme hin – „wir freuen uns, dass es endlich losgeht. Wir haben ja eine zeitlang drauf gewartet“, sagte der Zweite Bürgermeister, der die Geschäfte führt, da Rathauschef Peter Kloo im Urlaub ist. Zug um Zug werde die Maßnahme jetzt umgesetzt. Reitinger-Eß teilte zudem mit, dass es während der Arbeiten auf den Straßen zu Verengungen und Umleitungen kommen könne – an der Unteren Mangfallstraße steht derzeit eine Ampel, die den Verkehr auf Höhe des Bereichs regelt, da die Fahrbahn dort verengt ist. Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich auf rund 800000 Euro.

60 Prozent davon übernimmt der Freistaat, den Rest die Stadt.

Fünf Jahre von der Idee bis zur Umsetzung

Nach dem Hochwasser von 2013 wurde noch im selben Jahr mit den Schutzmaßnahmen begonnen. So wurden beispielsweise die Spundwände in den Boden gerammt. Im Herbst 2015 hat die Stadt eine Ideenwerkstatt initiiert. Die Bürger wünschten sich unter anderem Bänke, eine andere Abdeckung sowie Öffnungen der Wände am Schwarzen Weg. Im April 2016 gab es seitens der Stadt und des Wasserwirtschaftsamts eine Begehung. Seither habe die Stadt laut Christian Poitsch vom Stadtmarketing auf die Umsetzung gewartet. Warum hat es so lange gedauert? Dazu Christoph Wiedemann, Leiter der Hochwasserschutzprojekte des Wasserwirtschaftsamtes: „Wichtiger wie die Abdeckung war, die restlichen Hochwasserlücken zu schließen, beispielsweise entlang des Friedhofes oder auch der Bauabschnitt 6 Pullacher Au.“