Zufrieden mit Verhalten der Gäste

von Redaktion

Lob für Besucher von Gingarten und Bermuda-Insel – Keine Beanstandungen

Rosenheim – Stephan Rech steht am frühen Sonntagabend am Rande der Loretowiese und blickt in die Ferne. Die untere Hälfte seines Gesichts ist von einem schwarzen Tuch mit dem Aufdruck „Gingarten“ verdeckt. Aber auch die Mimik des Rest-Antlitzes verrät genug. Stephan Rech runzelt also leicht die Stirn. „Wir werden jetzt dann ohnehin dichtmachen“, sagt er. „Es kommt ein Wetter.“

Wie schon am Abend zuvor. Um kurz nach acht waren die dunklen Wolken aufgezogen. Auch über der Bermuda-Insel. „Schad“, sagt Mitinitiator Tom Ottitsch von Tatis Bar. Das Wetter und die Wirte – das ist im durchwachsenen Frühsommer des Corona-Jahres eine durchaus gespannte Beziehung.

Ottitsch: „Es
lief sehr gut!“

Andererseits: Den Endspurt des Partyabends am Samstag mag es verhagelt haben. Davor aber herrschte großer Andrang. „Es lief sehr gut“, sagt Ottitsch. „Wir waren ab 15 Uhr vor Ort, ab 16 Uhr haben sich die Leute angestellt, obwohl wir erst um 17 Uhr aufgemacht haben.“

Auch die anderen Gastronomen wie Sascha Khayat vom P2 und Josie Schütz von der Party Oim äußerten sich zufrieden. „Super war’s“, sagte Schütz. „Wirklich gut gelaufen“, sagte Khayat. Stephan Rech bestätigt den positiven Eindruck. Die Regeln seien eingehalten worden, sagte er den OVB-Heimatzeitungen am Sonntag.

Nicht alle Zeugen der neuen Party-Hotspots zeigten sich so ganz überzeugt. Fotos zeigen Menschen dicht an dicht, Besucher berichteten, dass die Menschen dicht bei dicht gestanden wären.

Nach dem ersten Tag ziehe man Bilanz, und zu verbessern gebe es immer etwas, sagt Ottitsch nach dem Startwochenende. Khayat sagte, von Gedränge habe er nichts mitbekommen, aber man werde die Ordner da genauer hinsehen lassen. Dass die Menschen am Tisch dicht an dicht sitzen? Erlaubt: Gruppen von einer Größe von bis zu zehn Menschen dürfen gemeinsam ein Lokal betreten (mit Maske). Und sie dürfen dann auch gemeinsam am Tisch sitzen – ohne Maske, ohne Abstandsregel.

Worauf sich die Wirte und die Stadt schnell geeinigt hatten: dass der Eingang von der Ruedorfferstraße verlegt wird, hin zur Straße am Salzstadel. Somit konnten sich die Menschen vorm Eingang besser verteilen. Ansonsten aber gab es, nicht weiter überraschend, Lob an die Besucher seitens ihrer Wirte.  „Sehr diszipliniert“ hätten sie sich verhalten, stellten etwa Ottitsch und Khayat fest. Zufrieden äußerten sich aber auch Stadt und Polizei. Die Ordnungshüter hatten gegenüber den OVB-Heimatzeitungen von keinen Beanstandungen im Bereich beider Örtlichkeiten zu berichten. Die Stadt war mit Jugendamt und Ordnungsamt vor Ort, berichtete ein Sprecher der Stadt, der Platz am Salzstadel sei zum verabredeten Zeitpunkt um 23 Uhr von Besuchern geräumt gewesen. Aus Sicht der Stadt sei es gut gelaufen, berichtete Christian Schwalm.

So gut, dass die Plätze auch weiterhin bespielt werden. Und das auch noch mit weiteren Veranstaltern. Hochschule und Bücherei wollen den Platz am Salzstadel nutzen. Und mit Kino-Kultur soll es wieder Open-Air-Kino geben. Die Wirte werden am Wochenende wieder das Partyvolk locken. Zunächst weiterhin mit dem Trachten-Motto, wie Ottitsch auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen sagt. Er hat einen gewissen Nachholbedarf festgestellt. „Die Leute vermissen eben doch ihre Wald- und Bierfeste.“

Das Gesundheitsamt hat Notiz genommen von den neuen Party-Hotspots, will sie aber nicht weiter kommentieren. Die Infektionszahlen im Landkreis haben abgenommen, sagt eine Sprecherin des Landratsamtes, doch eine zweite Corona-Welle stehe nach wie vor im Raum: „Da muss jeder selbst in sich hineinhorchen.“

Appell aus dem
Gesundheitsamt

Dr. Wolfgang Hierl, der Leiter des Gesundheitsamtes, appelliert an die Menschen, die Abstandsgebote, Maskenpflicht, die Husten- und Nies-Etikette und die Hygieneregeln zu befolgen. Als wichtigen Baustein gegen die Pandemie bezeichnet er die Corona-Warnapp. Seine Feststellung wirkt ganz anders als eine Bermuda-Party, nämlich ernüchternd: „Die Corona-Pandemie ist trotz aktuell sinkender Fallzahlen noch lange nicht überstanden.“

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