Eine Stadt voller Überraschungen

von Redaktion

Die Veranstaltungsreihe „Sommer in Rosenheim“ beginnt am 18. Juli um 11 Uhr

Rosenheim – Der „Sommer in Rosenheim“ kann kommen. Auf einer Pressekonferenz im Rathaus haben die Organisatoren gestern Nachmittag einen kleinen Einblick in das Programm gegeben. Mit dabei: der Rosenheimer Street-Art-Künstler Corbinian Nicolai, der Clown „Pippo“ und die „Guten A-Band“.

Die Innenstadt
soll belebt werden

Die Corona-Krise hat Stefan Pilloka (53) besonders hart getroffen. Der Münchner arbeitet als Clown und Artist, ist unter dem Künstlernamen Clown „Pippo“ bekannt. „In den vergangenen Monaten hatte ich zwischen 90 und 100 Absagen“, sagt er. Er habe um seine Existenz gefürchtet, habe nicht gewusst, was die Zukunft bereit hält. Doch jetzt gibt es einen ersten Lichtblick: Der 53-Jährige nimmt an der Veranstaltungsreihe „Sommer in Rosenheim“ teil. „Ich freue mich, dass ich endlich wieder meinem Beruf nachgehen kann“, sagt er. Er will seine Hochstelzen einpacken und mit „waghalsiger Akrobatik“, lustigen Musikdarbietungen und aufgegriffener Situationskomik punkten.

Los geht es für ihn am Samstag, 18. Juli. Dann nämlich beginnt in Rosenheim ganz offiziell der Sommer. „Ein fröhlicher Sommer in der Innenstadt war ein gemeinsamer Wunsch von Kommunalpolitik, Einzelhandel, Gastronomie sowie der Kultur- und Kreativszene“, sagte Oberbürgermeister Andreas März auf der gestrigen Pressekonferenz. Das Ziel sei es, die „Innenstadt zu beleben“ und dadurch Einzelhandel, Gastronomie, Schausteller und Kreativwirtschaft zu unterstützen (wir berichteten). Vom 18. Juli bis zum 6. September soll in der Innenstadt jeweils am Donnerstag und am Samstag ein bunter Reigen an Veranstaltungen stattfinden.

„Es wird viele Überraschungen geben“, sagt Wolfgang Hauck, der Kulturreferent der Stadt Rosenheim, auf der Pressekonferenz. Einige Programmpunkte verriet er aber trotzdem. So werden am „Sommer in Rosenheim“ unter anderem die Artisten Andreas Schantz, Emmeran Heringer, Heribert Haider und „Tom Tak“ teilnehmen. Die Rosenheimer Stadtführer werden klassische Führungen anbieten und „interessante Rosenheimer Frauenfiguren aus verschiedenen Jahrhunderten“ vorstellen. „Kind und Werk“ will die Stadt in ein Seifenblasenparadies verwandeln. Das Theater Rosenheim bringt sich mit dem Stück „Huck Finn“ in die Veranstaltungsreihe ein.

Für gute Musik sorgt unter anderem die „Guten A-Band“ und das „Mittelmeerorchestra“. Die „Guten A-Band“ besteht aus Günther Wimmer und Guido Fuchs. Die beiden Musiker kennen sich schon seit dem Sandkasten und sind mit ihrem Lied „Rosenheim“ bekannt geworden. Das „Mittelmeerorchestra“ setzt sich aus zehn türkischen, griechischen und deutschen Musikern zusammen, die sich auf Jazz spezialisiert haben.

Der Schaustellerverband kommt ab August dazu. Ihre Stände sollen laut Hauck in der gesamten Innenstadt verteilt werden. Geplant sind unter anderem kleine Fahrgeschäfte und Süßwarenstände.

Das City-Management und der Verein „Kunst Kollektiv“ planen mit der Aktion „Nimm Platz“ eine Upcycling-Aktion von 500 Stühlen, die zum Verweilen in der Innenstadt einladen sollen.

Vom 28. August bis zum 6. September findet dann das „Transit Art Festival“ statt, organisiert von der Städtischen Galerie. Internationale und nationale Künstler sollen „das Gesicht der Stadt nachhaltig verändern“. Gestaltet werden sollen zum Beispiel eine Fassade am Parkhaus P12 sowie der ehemalige Filmpalast in der Samerstraße.

Zwei Rosenheimer
Künstler sind dabei

Bereits zugesagt haben die beiden Rosenheimer Street-Art-Künstler Corbinian Nicolai und Julian Strohmeier sowie das Künstlerduo „Quintessenz“ aus Berlin. Der Name „Quintessenz“ steht für die Künstler Thomas Granseuer und Tomislav Topic. Die beiden haben sich in Hildesheim kennengelernt und arbeiteten seit zwölf Jahren an gemeinsamen Projekten.

Die Kosten für die Veranstaltungsreihe betragen rund 300000 Euro. 200000 Euro davon stellt der Veranstalter, die Landesgartenschau GmbH, zur Verfügung. Weitere Sponsoren, darunter die Sparkassenstiftung für die Stadt Rosenheim, steuern die restlichen 100000 Euro zu.

„Ich freue mich auf den Sommer in Rosenheim“, sagte März. Trotzdem sei es „bei aller Freunde über das vielfältige Programm“ wichtig, die Hygienevorschriften im Zuge der Corona-Krise zu beachten. Auch Werner Oeckler, Geschäftsführer der Landesgartenschau GmbH, appellierte an die „Vernunft und Einsicht der Bürger“. Nur dann werde der „Sommer in Rosenheim“ ein Erfolg werden.

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