Leserforum

Globalisierende Spaßgesellschaft

von Redaktion

Zum Bericht „Der Kampf um die Innenstadt“, erschienen im Lokalteil:

Die Aktivistenorganisationen „Fridays for Future“, „Parents for Future“, „Scientists for Future“, „United Animals“, „Attac“, „Peta“, „Pflege am Boden“ schrieben an den Oberbürgermeister und die Stadträte einen offenen Brief, nachdem man sich wegen der Verlegung ihrer Demonstrationen in den Mangfallpark ausgebootet und enttäuscht zeigte. Sogar der Gang vor Gericht wurde in Erwägung gezogen. Nach wochenlangen Corona-Einschränkungen, in denen das Leben und die Wirtschaft wieder zu florieren beginnen, Wirte und Geschäfte um ihre Existenz kämpfen, viele Urlauber Rosenheim besuchen, sollen nach Wunsch der Aktivisten Demonstrationen in die Innenstadt verlegt werden. Man hat gesehen, wie im Mai von anfänglich genehmigten 50 Demonstranten plötzlich Hunderte Menschen unter Nichteinhaltung der Abstandsregelung diese „Demonstration“ völlig aus dem Ruder laufen ließen. Ich bin kein Gegner von Demonstrationen, aber manches Mal zweifle ich am Sinn und Zweck und was damit eigentlich erreicht werden soll. Man kann einen beginnenden Wirtschaftsaufschwung auch mit dauerhaften Wochenend-Demonstrationen massiv behindern. Aber wer soll dann die Rechnung bezahlen? Der Wirt oder der Geschäftsmann, der insolvent wird, der Arbeitende, sprich Steuerzahler, der seinen Job verliert? Wer entrichtet auch die fehlenden Sozial- und Rentenkassenbeiträge? Ich war nach meinem Schulabschluss und meinem Arbeitsbeginn mit 14 Jahren keinen einzigen Tag arbeitslos. Mein damaliger Lehrmeister sagte mir: Je früher du zu arbeiten beginnst, umso früher erhältst du deine Rente und die musst du dir erst erarbeiten. Aber diese These passt scheinbar nicht mehr in unsere globalisierende Spaßgesellschaft.

Adelbert Schömer

Rosenheim

Artikel 1 von 11