Rosenheim – Eltern in Rosenheim müssen sich auf steigende Kita-Gebühren einstellen. Darüber wurde jetzt im Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien beraten. Eine endgültige Entscheidung fällt im Stadtrat.
Elisabeth Jordan (SPD) versteht die Welt nicht mehr. „Die Familien haben es in der Corona-Zeit schon schwer genug, da müssen wir sie nicht zusätzlich belasten“, sagt sie. Sie kritisierte, dass die Stadt nicht bereit sei, ein „Zeichen für die Eltern zu setzen“, und stimmte gegen den Vorschlag, die Kita-Gebühren zu erhöhen.
Doch überraschend kam die Nachricht nicht. So wurde die Verwaltung bereits vor sieben Jahren beauftragt, die „Gebührenkalkulation im zweijährigen Rhythmus zu überprüfen und die Gebühren bei Bedarf anzupassen“. Bereits 2018 sei es so zu einer „moderaten Erhöhung“ gekommen, teilt die Verwaltung mit. Jetzt scheint die nächste anzustehen. Geplant sei eine Erhöhung der Gebühren um fünf Prozent, sowohl am 1. September 2020 als auch am 1. September 2021.
Die Verwaltung schlägt außerdem vor, das Essensgeld ab September 2021 von 3,90 Euro auf vier Euro zu erhöhen. Das sei notwendig, um weitere Kostensteigerungen auffangen zu können, und die Kostendeckung auf rund 92 Prozent zu heben. Momentan liege diese bei 90 Prozent. So verursachten die städtischen Kindertageseinrichtungen Kindergarten Löwenzahn, Kindergarten Stadtmäuse, Kindergarten Muggelstein und das Kinderhaus Finsterwalderstraße im vergangenen Jahr Gesamtkosten in Höhe von rund 4,1 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen Einnahmen von 3,7 Millionen Euro. Also rund 90 Prozent. Jetzt soll die Kostendeckung auf 92 Prozent gehoben werden – und genau deshalb ist laut Stadtverwaltung eine Erhöhung der Gebühren notwendig. 2019 wurden in den vier Einrichtungen laut Stadtverwaltung monatlich durchschnittlich 347 Kinder betreut. Das seien rund 2492 Buchungsstunden gewesen.
Während sich die SPD gegen eben diese Erhöhung aussprach, begrüßte Stadträtin Ulrike Plankl (CSU) die Entscheidung. Ihrer Meinung nach werde dadurch die „hochwertige Qualität“ der Einrichtungen gewährleistet. Das sei für sie das Wichtigste. Anna Heise