Zum Bericht „Infoabend zu geplantem Wohngebiet“, erschienen im Lokalteil:
Die in aller Stille erfolgte Planung eines neuen Baugebiets in Oberwöhr versetzt die Anlieger zu Recht in Angst und Schrecken. Vor nicht allzu langer Zeit wurde das Naherholungsgebiet an der Kalten durch die Umgehungsstraße unbrauchbar gemacht. Dann mussten die Oberwöhrer das Hochwasser von 2013 verkraften. Der Schrecken sitzt den Bewohnern noch immer in den Gliedern. Allgemein war man im Stadtteil der Annahme, dass die Wiese an der Mangfall wegen des Hochwassers unbebaut bliebe. Nun also wird der Stadtteil erneut schwer belastet. Die Gespräche mit den Bewohnern wurden erst gesucht, nachdem die Planung bereits fertiggestellt war. Die Keller und Tiefgaragen des geplanten Bauprojekts werden den Grundwasserspiegel nachteilig verändern. Die Auswirkungen werden sich erst zeigen, wenn es zu spät ist. Zum anderen stammt die Straßenführung in Oberwöhr aus den 60er-Jahren und ist einem Zuwachs von circa 300 Autos nicht gewachsen.
In Rosenheimer Stadtteilen gibt es noch genug freie Wiesen, die noch dazu keine Hochwasserschutzfunktion erfüllen müssen, zum Beispiel in Pang, Aising oder Fürstätt. Warum werden dort keine Blocksiedlungen errichtet? Auch ist nicht auszuschließen, dass die geplanten Wohnungen und Häuser von etlichen zahlungskräftigen Münchnern erworben und bezogen werden, ortsansässige Rosenheimer könnten aus finanziellen Gründen das Nachsehen haben. Von Sozialwohnungen ist ohnehin nicht mehr die Rede. Die Beschaffenheit des Baugrunds an der Mangfall zieht erhöhte Baukosten nach sich, was sich in den Erwerbs- bzw. Mietpreisen widerspiegeln wird.
Noch ist die Gelegenheit, alles gründlich zu überdenken. Dies sollte genutzt werden.
Valentin Schwer
Rosenheim