Leserforum

Den Wahnsinn stoppen

von Redaktion

Zum Artikel „Empörung auf Distanz“, erschienen im Lokalteil:

In früheren Zeiten war politische Gestaltung recht einfach. Ein König wurde König, weil sein Vater König war und wenn er entschieden hatte, eine neue Straße zu bauen, musste er nur wissen, ob er genug goldene Taler in seinem Säckel hatte. Verwaltung heute hat viele Hürden zu nehmen.

In der Arbeit der Bürgerinitiative zur Verhinderung einer völlig unverhältnismäßigen Bebauung in Oberwöhr erlebe ich, wie viele Jahre sich Verwaltungen bereits in aller Heimlichkeit mit etwas beschäftigen, dass sie sich am Ende nicht mehr aus der Hand nehmen lassen wollen. Hier dient eine Einbeziehung der Bürger nicht mehr, um abzuwägen, sondern einzig und allein, um das Werk zu vollenden.

Ich lade alle Rosenheimer ein, bei einem Spaziergang an der Mangfall einen Blick auf die wunderschönen Wiesen in Oberwöhr zu werfen und sich dort ein zweites Neuperlach vorzustellen. Übertrieben? Am Ende steht hier am Rande einer dörflichen Ansiedlung mit circa 600 Einwohnern ein Trabant mit 1000 neuen Bewohnern gegenüber. Und das in einem Gebiet, das auch die Stadt immer vor Überschwemmungen bewahrt, seinen Bürgern mit naturnahen Flächen zum Entspannen gedient und einer Tier- und Pflanzenwelt einen Lebensraum gesichert hat. Helft uns wenigstens einmal, so einen Wahnsinn zu stoppen.

Wilfried Heuschneider

Rosenheim

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