Das neue Gesicht des Salzstadels

von Redaktion

Erfolgreicher Start des Projektes „StadtLeben“ des Forums Stadtbibliothek

Rosenheim – Stelzenakrobatik, gute Musik und ein gemeinsames Frühstück: Zahlreiche Menschen haben am Samstag an der Auftaktveranstaltung des Projektes „StadtLeben – Forum Stadtbibliothek am Salzstadel“ teilgenommen. Ein Höhepunkt: die Eröffnung der Ausstellung „Stadtmöbel für Rosenheim“.

Susanne Delp, die Leiterin der Stadtbibliothek, hat es schon immer gewusst: Der Salzstadel ist ein Platz mit vielen Gesichtern. Dort, wo von Donnerstag bis Samstag im Rahmen der „Bermuda-Insel“ gefeiert wird, zeigt sich seit dem Wochenende ein weiteres, ganz neues Bild. Grund ist der Start des Projektes „hochdrei –Stadtbibliotheken verändern“. Die Stadt, vertreten durch die Bibliothek, füllt in Kooperation mit der Technischen Hochschule und vielen weiteren Partnern zwei Jahre lang den Salzstadel mit Veranstaltungen, Aktionen und Projekten. Einen Vorgeschmack hat es am Samstag gegeben.

In einer Ecke des Salzstadels steht der Caféwagen der Kinokultur, liebevoll dekoriert von Eva Kieckhäfer und Fauna Buchhorn. Es gibt Limonaden, Kaffee und selbst gemachten Kuchen. Die beiden Frauen, die sich sich mit ihrem Café auf Rädern einen Traum erfüllt haben, wollen helfen, den Salzstadel „noch mehr zu beleben“.

Minihaus, Brunnen
und ein Stelzenläufer

Direkt gegenüber steht das zehn Quadratmeter große „Tiny House“, entworfen von 19 Innenarchitektur-Studenten der Technischen Hochschule. Carina Posse und Daniela Bestmann von der Stadtbibliothek stellen das Projekt vor. Sie beantworten Fragen, geben Führungen und klären die neugierigen Besucher über die doppelten Böden und Wände auf. Mit wenigen Handgriffen verwandeln sie den leeren Raum in einen gemütlichen Aufenthaltsbereich mit Bett, Tisch, einer Toilette sowie einer Pantry-Küche. Das Minihaus soll, so der Plan, ein zusätzlicher Arbeitsplatz für Studenten werden und sie in die Innenstadt locken.

Auf der anderen Seite des Platzes sitzt Nico Seibt, der gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Stadtbibliothek absolviert. Hinter ihm befindet sich ein Container der Firma Zosseder, an dessen Wand zahlreiche gemalte Bilder hängen. Vor ihm stehen Tische mit Pinseln, Wasserfarben und Buntstiften. „Hier sollen die Leute das malen, was sie sich auf dem Salzstadel wünschen“, sagt Seibt. Die häufigsten Vorschläge: Tanzveranstaltungen, ein Brunnen sowie einen Foodsharing-Kühlschrank.

Auf dem restlichen Platz verteilt stehen Sonnenschirme, Liegestühle und Bierbänke. Etliche sind von Besuchern und Passanten besetzt. Es wird gefrühstückt und gelacht. Einige zeigen mit dem Finger auf Clown Emmeran Heringer, der auf seinen Stelzen immer wieder für Fotos posiert. Im Hintergrund ist „Sebastian Gigglinger‘s Clarinet Jazz“ zu hören.

Svenja Jakob und Sylvia Wendlinger von den Tapetenwechslern bieten improvisierte Stadtführungen an.

Oberbürgermeister Andreas März (CSU) sitzt gemeinsam mit seiner Frau Andrea, der Dritten Bürgermeisterin Gabriele Leicht (SPD), Kulturreferent Wolfgang Hauck und einigen weiteren Stadträten an einem der Tische. Sie unterhalten sich, lassen das Geschehene auf sich wirken.

In der Stadtbibliothek bereiten sich währenddessen vier Innenarchitektur-Studenten der Technischen Hochschule auf die Eröffnung ihrer Ausstellung vor. Sie haben im Sommersemester „Stadtmöbel für Rosenheim“ entworfen – ein Projekt, das vom Stadtmarketing der Stadt Rosenheim durchgeführt wurde.

Unbegrenzte
Variationsmöglichkeit

„Der öffentliche Raum wird zukünftig noch bedeutender als sozialer Treffpunkt. Daher müssen wir diesen stärken und aufwerten – mehr Stadtmobiliar schafft in hohem Maße Aufenthaltsqualität“, sagt die Leiterin des Stadtmarketings Judith Gebhart de Ginsberg. Sie lobte die zahlreichen Ideen. Elf der kreativen Entwürfe hängen jetzt in der Stadtbibliothek. Unter anderem von den Studenten Markus Csizmadia, Madeleine Spiegelhalter, Anne Frick und Vanessa Müller.

Müllers Entwurf nennt sich „Muggerl“. Sie hat sich von den Bergen inspirieren lassen und ein Modul entworfen, welches stehend, liegend, gruppiert und gestapelt benutzt werden kann. Ihre Kommilitonin Madeleine Spiegelhalter hat ein sogenanntes „Eckal“ entwickelt. Ihr Straßenmöbel ist modular aufgebaut. Die Trapezform bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Anordnungen zu bilden, so Spiegelhalter. Damit entstünden unbegrenzte Variationsmöglichkeiten.

Im September wählt eine Fachjury drei Gewinnerentwürfe aus. Aus diesen werden dann Prototypen entworfen, die zum Probesitzen am Salzstadel einladen sollen. Auch die Rosenheimer dürfen mitentscheiden. Auf der Homepage der Technischen Hochschule ist eine Online-Abstimmung freigeschaltet, die in der Juryentscheidung berücksichtigt wird.

Mehr Infos

Der Caféwagen der Kinokultur hat ab Mittwoch, 12. August, jeweils Mittwoch bis Samstag, von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Die Ausstellung „Stadtmöbel für Rosenheim“ ist bis Samstag, 5. September, in der Stadtbibliothek zu sehen.

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