Rosenheim – Die Deutschen produzieren zu viel Müll: 2018 waren es laut dem Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung durchschnittlich insgesamt 455 Kilo Haushaltsabfälle je Einwohner. Nur Dänemark, Malta und Zypern toppen diese Zahl. Doch oft schmeißen die Deutschen nicht nur zu viel weg, sondern trennen ihren Müll auch noch falsch. Auch während der Corona-Pandemie habe sich das Abfallverhalten der Rosenheimer Bürger verändert, weiß das Umwelt- und Grünflächenamt.
Mehr Pappe in
der Pandemie
Das habe einen triftigen Grund: „Die Bürgerinnen und Bürger halten sich auf Grund der coronabedingten Einschränkungen mehr zu Hause auf als in früheren Jahren.“ Dadurch habe sich die Hausmüllmenge grundsätzlich erhöht. Das sei an der Auslastung der Wertstoffinseln zu erkennen, so die Stadt. Besonders stark gestiegen sei hier die Entsorgung von Pappe und Kartonagen. Im Wertstoffhof hätte es mehr Sperr- und Gewerbemüll gegeben. Entsprechend der Abfallwirtschaftssatzung gehe die Stadt Rosenheim grundsätzlich von einem Restmüllanteil von etwa 25 Liter wöchentlich pro Person aus.
Corona: Abfälle
von Verdachtsfällen
Besondere Vorsicht gelte bei Abfällen, die zu Hause von Covid19-Verdachtsfällen oder leicht erkrankten Patienten stammen, erklärt das Umwelt- und Grünflächenamt Rosenheim: Diese Abfälle gehörten in eine separate Sammlung, verpackt in stabilen, reißfesten Müllsäcken. Fest verschlossen werden diese über die Restmülltonne mit dem übrigen Restmüll entsorgt. Spitze und scharfe Gegenstände gehören in bruch- und durchstichsichere Einwegbehälter. Diese Regeln gelten auch für Abfälle, die von Verdachtsfällen im gewerblichen Bereich erzeugt wurden.
Eine weitere Neuerung müssen die Rosenheimer Bürger beachten: Ab dem 1. September werden die Stadtwerke Rosenheim in Abstimmung mit dem Umwelt- und Grünflächenamt Altgeräte und Elektroschrott ausschließlich im Wertstoffhof sammeln. Die vorhandenen Wertstoffcontainer seien im Laufe des Monats August abgebaut worden, so die Stadtwerke. Die an den Wertstoffinseln frei werdenden Stellplätze werden an ausgewählten Standorten durch Sammelbehälter für Papier und Kartonagen ersetzt und so die Kapazitäten dafür erhöht. „In vielen Geräten sind Akkus oder Batterien enthalten, welche bei nicht sachgerechter Entsorgung ein Risiko darstellen. Besonders die inzwischen in vielen Elektrogeräten verbauten Lithiumionen-Akkus können sich bei Beschädigung oder unsachgemäßer Lagerung selbst entzünden“, erläutert Thomas Albers, Bereichsleiter Entsorgung bei den Stadtwerken Rosenheim. Elektroschrott stelle außerdem eine zu große Verletzungsgefahr dar.
Bundesweit organisieren die dualen Systeme die Sammlung, Sortierung und Verwertung gebrauchter Verpackungen. Mit der Kampagne „Mülltrennung wirkt“ informieren sie über die richtige Mülltrennung: „Immer noch landen viele Dinge im Gelben Sack und der Gelben Tonne, die dort nicht entsorgt gehören“, erklärt Sprecher Axel Subklew. Von den in Deutschland jährlich rund 2,6 Millionen Tonnen über die Gelben Säcke und Tonnen gesammelten Materialien seien etwa 70 Prozent Verpackungen und durchschnittlich 30 Prozent nicht richtig entsorgter Restmüll.
Nichts im Gelben Sack zu suchen hätten Windeln, nicht restentleerte Verpackungen, Essensreste, Videokassetten und Textilien. All das erschwere das Sortieren und Recyceln von Verpackungen. Doch auch umgekehrt landeten viele Verpackungen im Restmüll und gingen so den Recyclingkreisläufen verloren. Richtig getrennt sei der Verpackungsabfall ein wichtiger Rohstoff für die Kreisläufe von Kunststoff, Verbundstoffen, Weißblech, Aluminium, Papier und Glas, so Sprecher Subklew.
Leere Verpackungen
in die Gelbe Tonne
Laut der Kampagne „Mülltrennung wirkt“ gilt rundsätzlich: „Alle leeren Verpackungen kommen in den Gelben Sack, Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton zur Altpapiersammlung, Verpackungen aus Glas zum Depotcontainer.“ Um sich über die genauen Trennregeln zu informieren, könnten sich Verbraucher direkt an ihre kommunale Abfallberatung wenden. Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoff sollten im Gelben Sack entsorgt werden.
Verpackungen aus Glas wie Flaschen oder Marmeladengläser sollten nach Farben sortiert in der jeweiligen Glassammlung entsorgt werden.
Die richtige Trennung der Farben sei für das Recycling besonders wichtig: Befinde sich zum Beispiel ein braunes Glas zwischen Weißglas, verfärbe sich beim Einschmelzen das gesamte Weißglas.
Nicht zuordenbare Farben gehören in den Container für Grünglas, da dieses in der Verwertung am meisten Fehlfarbanteil vertrage. Deckel und Verschlüsse aus Kunststoff und Metall gehörten am besten in den Gelben Sack, sagt Subklew.
Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton hingegen kämen in die Papiertonne. Versandkartons und sperrige Pappverpackungen sollten dabei vor der Entsorgung zusammengefaltet werden, um eine Überfüllung der Altpapiertonnen zu vermeiden. So könne am Ende wesentlich mehr Rohstoff in einer Tonne erfasst und ins Recycling gegeben werden. Organischer Müll wie Bananenschalen oder Avocadokerne sollte in der kommunalen Sammlung für Bioabfälle landen. Daraus gewonnener Kompost wirke als Bodenverbesserer und verringere obendrein den Ausstoß von schädlichen Klimagasen. In vielen Bioabfallbehandlungsanlagen werde aus Bioabfall echte Bioenergie in Form von Biogas, so Subklew. Das werde wiederum zur Stromerzeugung genutzt. Bioabfälle sollten also nicht einfach in der Restmülltonne entsorgt werden.