Zum Bericht „Erkundungsbohrungen – Bauarbeiten in der Kufsteiner Straße“, erschienen im Lokalteil:
Von den Kathedralen des Mittelalters heißt es, diese seien auf Lehm und Gottvertrauen errichtet; ähnliches gilt auch für Rosenheim und seinen Seeton. Mag das für statische Belastungen noch genügen, so mitnichten für dynamische Belastungen wie Güterzüge, welche mit 100 Achsen von bis zu 26 Tonnen Achslast ein Brückenbauwerk zum Erzittern und Schwingen bringen. Jeder Meeresurlauber kann im Selbstversuch mit einem Fuß im nassen Ufersand rütteln und beobachten, wie dieser weich wird. Den Planern der Aicherparkbrücke im Verlauf der Westtangente treiben bereits 40-Tonner mit fünf gummibereiften Achsen den Angstschweiß auf die Stirn! Nun also lediglich vier Erkundungsbohrungen? Welche Aussagekraft diese haben mögen, kann aus eigener Erfahrung anhand eines früheren Bauvorhabens im Stadtteil Küpferling nur bezweifelt werden: Auf einer Fläche von fünf mal zwölf Metern war zur Hälfte wegen nicht vorhandener Tragfähigkeit ein Bodenaustausch erforderlich. Bauen im Rosenheimer Seeton – eine Herausforderung! Dazu wird es viel Gottvertrauen und noch etwas mehr brauchen!
Max Schlosser
Rosenheim