Maskenpflicht für Grundschüler entsetzt Eltern

von Redaktion

Gesundheitsamt verschärft Regelungen im Stadtgebiet für Schulen und Kitas

Rosenheim – Strenge Regeln gelten ab nächster Woche in den Rosenheimer Grundschulen, wie aktuell das Gesundheitsamt mitgeteilt hat. Nach einer Maskenpflicht an den weiterführenden Schulen müssen Kinder ab der ersten Klasse eine Mund-Nasen-Bedeckung im Unterricht tragen – beginnend am Montag, 14. September, spätestens jedoch am Dienstag. Ab 21. September soll diese Regel – Stand heute – gelockert werden: Die Maske muss dann nur noch getragen werden, wenn kein Mindestabstand (1,5 Meter) gewährleistet ist.

Gestaffelte Pausen,
Unterricht im Freien

Kai Hunklinger, Rektor der Grund- und Mittelschule Fürstätt, ist zwiegespalten: „Natürlich muss etwas passieren.“ Jedoch gelte es zu hinterfragen, ob gerade die Jüngsten der Gesellschaft Masken tragen müssten. Er hofft, dass die Verantwortlichen wissen, was sie tun. „Ich finde die Maskenpflicht bedauerlich, es wird hart werden.“ In den Räumen werde man deshalb so viel wie möglich lüften, damit die Kinder unter der Mund-Nasen-Bedeckung auch gut atmen können. Zusätzlich habe er einen gestaffelten Pausenplan entwickelt. „Wir müssen unseren Schülern die Möglichkeit geben, mal durchatmen zu können.“ Das Schulgelände samt Sportplatz und Streuobstwiese biete ausreichend Platz, damit die Schüler auch mal in ihr Pausenbrot beißen könnten, ohne dabei eine Maske tragen zu müssen. Der Schulleiter weiß: Die richtige Abwechslung kann helfen. Deshalb bieten die Lehrer auch Unterricht im Freien an, mit ausreichend Sicherheitsabstand. Die Grundschüler, so Hunklinger, nähmen die Maskenpflicht gleichmütig hin. Schwieriger sei es bei den älteren Schülern. „Von ihnen würde ich mir mehr Einsicht wünschen.“ Besonders die Eltern hätten viele Fragen: „Darf mein Kind kurz die Maske lüften, wenn seine Brille beschlägt?“ Natürlich, meint der Schulleiter. Die Kinder sollten nicht bestraft werden.

Besorgte Eltern melden sich nun auch beim gemeinsamen Elternbeirat der Grund- und Mittelschulen in Rosenheim. „Bei uns läuft das Telefon heiß“, berichtet Vorsitzende Bettina Toptchiyski. Vor zwei Wochen hatte der Elternbeirat, wie berichtet, einen Brandbrief an Ministerpräsident Markus Söder verfasst. Dort hatten sich die Mitglieder gegen eine Maskenpflicht ausgesprochen und Alternativen wie Luftreinigungsgeräte und Plexiglasscheiben gefordert. Die aktuelle Verschärfung frustriere viele Eltern, sie könnten die Entscheidung nicht nachvollziehen.

Toptchiyski selbst sei bereits an die Schulleitung der Grundschule Happing herangetreten und habe diese um eine Lösung gebeten. „Es wäre zum Beispiel sinnvoll, nach jeweils 40 Minuten Unterricht eine fünfminütige Pause einzulegen.“ In dieser Zeit könnten die Schüler kurz auf dem Pausenhof oder am Arbeitsplatz die Maske abnehmen, etwas trinken und essen. Besonders groß sei die Sorge von Vätern und Müttern, die ihr Kind in einer Ganztagsbetreuung hätten. „Bis 15.30 Uhr Maske tragen, das ist für Kinder nahezu unerträglich.“ Auch empörte Lehrkräfte hätten sich bei der Elternvertreterin gemeldet.

In den Kitas bleiben
die Gruppen getrennt

Auch in den Kindertagesstätten im Stadtgebiet Rosenheim gelten ab Montag, spätestens ab Mittwoch bis einschließlich 2. Oktober präventive Infektionsschutzmaßnahmen. Was das für den Alltag in den Einrichtungen bedeutet, weiß Sandra Reich, Abteilungsleiterin Kita von der Arbeiterwohlfahrt Rosenheim: Die Kinder sind künftig wieder in feste Gruppen unterteilt, die sie nicht verlassen dürfen, und die Erzieher tragen eine Mund-Nasen-Bedeckung. „In den Kitas sind wir aufgrund der letzten Monate gut vorbereitet“, erklärt sie. Für die Eltern gilt weiterhin Maskenpflicht beim Betreten der Kita. Die Mitarbeiter seien sensibilisiert, auch den Kindern die neuen Regeln nahezubringen. „Die Pädagogen werden alles versuchen, damit die Kinder sich trotzdem nicht allzu sehr einschränken müssen und sich wohlfühlen.“ Es sei natürlich ein wenig gewöhnungsbedürftig, dauerhaft eine Maske tragen zu müssen, gerade weil die Kinder die Mimik der Pädagogen nicht mehr erkennen könnten. „Aber es ist besser als die Schließung der Einrichtungen.“ Anna Hausmann

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