Wie war der Abschied für Sie?
Als das Ergebnis bekannt wurde, war ich komischerweise erleichtert und fühlte mich befreit. Ich war 30 Jahre Stadtrat und Fraktionsvorsitzender beziehungsweise Gruppensprecher. Somit 30 Jahre voller Verantwortung. Erst später kam dann die Trauer, da es doch sehr schöne Jahre waren.
Was waren Ihre Herzensthemen?
Ich habe mich von Anfang an um das Eishockey und die andern Sportvereine gekümmert. Da gab es keine Berührungsängste. Die Sportvereine brauchten Unterstützung, und wir halfen, wo immer es ging. Erst später kam die soziale Hilfe, wo wir immer mehr von Alten und Kranken um Unterstützung gebeten wurden und diese auch gewährten, sofern es in unserer Kraft lag.
Was haben Sie aus Ihrer Zeit als Stadtrat mitgenommen?
Es war für mich eine wunderbare Zeit. Wir hatten trotz des nicht so guten Rufes der Republikaner sehr viele Bürger, die bei uns Hilfe in verschiedenen Dingen suchten. So konnten wir oft durch harte Arbeit und Verhandlungsgeschick helfen. Zum Beispiel haben wir innerhalb weniger Wochen für eine Alleinerziehende mit drei Kindern eine Wohnung besorgt, ebenso für ein älteres behindertes Ehepaar eine neue Wohnung mit Lift. Nie aufgeben, immer positiv denken, bis zum letzten Augenblick kämpfen für den Bürger.
Geht Ihnen die Politik ab? Was machen Sie mit der dazugewonnen Zeit?
Die Kommunalpolitik geht mir schon sehr ab. Aber ich bin ja noch Kreisvorsitzender und Vorsitzender der Krieger- und Soldaten Kameradschaft. Jetzt wurde mein Sohn als Hauptmann der Gebirgsjäger in das Allgäu versetzt und der erste leibliche Enkel geboren. So bin jetzt öfter im Allgau, auch Urlaub in Bayern machen wir jetzt öfter. Da sieht man erst, wie schön Bayern ist. Aber auch für den Sport bleibt mehr Zeit, und natürlich für die Stammtische.
Was würden Sie sich für die Zukunft Rosenheims wünschen?
Der Stadt wünsche ich alles erdenklich Gute. Und dass die Vereine und Sportvereine wieder den normalen Betrieb aufnehmen können, mit ihren Festen und Stammtischen.