Wie war der Abschied für Sie?
Der Abschied war relativ unspektakulär. Bedingt durch die Pandemie, gab es die letzten Monate meiner Stadtratstätigkeit nur mehr relativ wenige Sitzungen. Dem entsprechend hat man sich schon schleichend daran gewöhnt, seine Stadtratskollegen weniger zu treffen. Ansonsten war es ja ein geplanter Abschied und dementsprechend auch überlegt. Und Rosenheim hat eine Größe: Viele trifft man immer mal wieder in der Stadt.
Was waren Ihre Herzensthemen?
Da mein Unternehmen und die Familie bereits seit 1860 in Rosenheim sind, war meine grundsätzliche Motivation immer, dass es der Stadt Rosenheim und allen Bewohnern gut geht. Meine Heimatstadt im Ganzen liegt mir echt am Herzen. Unternehmerisch waren natürlich vor allem wirtschaftsrelevante Themen im Fokus. Wie schaffen wir ein Rosenheim, das lebenswert ist und das Besucher anlockt? Was ist die dafür zeitgemäße und passende Infrastruktur, und natürlich nicht zuletzt: Auf welche Standortfaktoren kann die Wirtschaft von Rosenheim bauen? Denn eine zukunftsorientierte, vitale Wirtschaft leistet einen ganz erheblichen Anteil für ein erfolgreiches Rosenheim.
Was haben Sie aus ihrer Zeit als Stadtrat mitgenommen?
Inzwischen verstehe ich mehr, warum manche Dinge politisch länger dauern. Wenn man die politischen Prozesse nicht selber kennenlernen durfte, denkt man oft, warum dauert denn das so lange? Wenn man aber Anteil an der ganzen Geschichte hat, versteht man oft, warum Themen sich hinziehen. Das ist der Preis unserer Demokratie und Gesellschaft. Bürokratie, Umwelt, die Bürgerschaft, Vorgaben, Förderrichtlinien. Die Bandbreite, die man beachten muss, zieht viele Dinge deutlich in die Länge.
Geht Ihnen die Politik ab? Was machen Sie mit der dazugewonnenen Zeit?
So ganz ist der Kontakt ja nicht abgerissen. Ich bin nach wie vor ein politischer Mensch und werde über andere Schnittstellen sicher noch regelmäßig Kontakt zur Politik haben. Und die gewonnene Zeit investiere ich gerne in das Unternehmen Bensegger und mein IHK-Ehrenamt. Das macht Spaß. Wenn ich ab und zu noch ein wenig mehr Sport treiben kann, dann freue ich mich auch.
Was würden Sie sich in Zukunft für Rosenheim wünschen?
Ich wünsche mir ein offenes, faires Miteinander und eine gezielte Zukunftsentwicklung unserer Stadt. Wir sind schon sehr gut, aber wir dürfen auch nicht aufhören, besser werden zu wollen. Rosenheim soll seinen Charme behalten, sich aber für die Zukunft wappnen und laufend weiterentwickeln. Dafür müssen alle Beteiligten, die Politik, die Verwaltung, die Wirtschaft, Verbände und Vereine und auch die Stadtgesellschaft engagiert und gerne auch kritisch zusammenarbeiten.