Rosenheim – Normalerweise schließen sich Anfang September die Pforten des Rosenheimer Freibads. Doch nach dem verspäteten Beginn der Badesaison, den das Coronavirus mit sich brachte, beschloss die Stadt Rosenheim, die Badezeit um drei Wochen zu verlängern – was rege genutzt und von den Leistungs- und Dauerschwimmern dankbar aufgenommen wurde.
60810 Badegäste
zu Besuch
Seit Ende September ist die Freiluftsaison aber endgültig vorbei und Ulrike Willenbrink, Presssprecherin der Stadtwerke Rosenheim, die das Freibad betreiben, kann mit einer Zahl von 60810 Badegästen noch eine vergleichsweise positive Bilanz ziehen – wenn auch in den letzten Jahren an die 100000 Besucher üblich waren. „Insgesamt war es den Umständen entsprechend eine gute Saison mit wenigen Zwischenfällen. Es waren keine ärztlichen Hilfseinsätze notwendig, da es glücklicherweise keine schlimmeren Badeunfälle gab.“ Kleinere Verletzungen wie Insektenstiche oder Platzwunden habe man vor Ort versorgen können. „Daher können wir sehr zufrieden sein.“
Die Besonderheit war dieses Jahr, neben den besonderen Hygienevorschriften, die dreiwöchige Verlängerung, die von den Badegästen mit Freude angenommen wurde. Nachdem das Bad erst mit Wochen Verspätung am 8. Juni öffnen konnte, war das Verlangen nach dem Freizeitangebot offenbar gerade bei gutem Wetter sehr hoch. Spitzentag war der 5. Juli mit 1747 Besuchern.
Und wie kamen die Badegäste mit den Corona-Regeln zurecht? „Die Leute haben das neue Konzept gut angenommen und sich wirklich vorbildlich an die neuen Vorschriften gehalten“, resümiert Stephan Heidig, Abteilungsleiter bei den Stadtwerken und zuständig für das Rosenheimer Freibad. Demzufolge war das auch mit ein Grund, die Saison noch bis Ende September zu verlängern und so noch gut 60 Prozent der Anzahl an Gästen zu erreichen, die das Freibad normalerweise besuchen.
Sport- und Hobbyschwimmer wie Dr. Hermann Spensberger konnten so die warmen Tage im Frühherbst noch ein wenig genießen. „Wir Schwimmer haben uns sehr gefreut, dass das Freibad heuer länger geöffnet hatte. Es wäre natürlich sehr schön, wenn das keine Ausnahme bleibt und vielleicht auch in Zukunft längere Öffnungszeiten möglich sind“, hofft der Stephanskirchener.
Extra-Wochen auch nächstes Jahr denkbar
Ob die Stadtwerke diesem Wunsch nachkommen, steht allerdings noch nicht fest. Laut Sprecherin Willenbrink hängt eine längere Badesaison in erster Linie von der Witterung und nicht von Corona ab: „Die sonnigen und auch warmen Tage, wie wir sie in diesem Jahr hatten, sind im Monat September nicht in jedem Jahr zu erwarten. Daher werden wir das auch künftig kurzfristig entscheiden. Es ist aber nicht ausgeschlossen.“
Fest steht dagegen schon, dass die Winterpause wie üblich bis Ende April andauern soll, bevor sich die Tore zum Freibad in der Chiemseestraße wieder öffnen. Inwieweit dann auch das Hygienekonzept angepasst werden muss, wird sich im Frühjahr zeigen.