Am Busbahnhof geht’s noch rund

von Redaktion

Ansonsten Maskenpflicht in der Innenstadt – Bei Kontrollen nur vereinzelt Ausreißer

Rosenheim – Die Infektionszahlen schnellen bundesweit in die Höhe, viele Städte reagieren mit einer Maskenpflicht in den Fußgängerzonen, so auch Rosenheim. Die Resonanz der Bürger auf die verschärften Coronaregeln in der Innenstadt ist laut Stadt und Polizei weitestgehend positiv. Doch nach wie vor tummeln sich am Busbahnhof Stollstraße die Menschen. Von einer Maske ist bei vielen keine Spur – obwohl sie auf öffentlichen Plätzen, wo der Mindestabstand nicht gehalten werden kann, eigentlich verpflichtend sein müsste.

Gedränge
nach Schulschluss

Freitag, 13 Uhr: Schulschluss. Dicht an dicht stehen die Kinder am Busbahnhof Stollstraße. Manche tragen eine Mund-Nasen-Bedeckung, bei anderen baumelt sie von den Ohren. Welche Regeln hier nun gelten, scheint den Wartenden nicht ganz klar zu sein. Ein Mädchen fragt etwa seine Freundin: „Maske auf oder ab?“ „Ab, glaube ich“, meint dieses.

Mit Verwirrung rund um die Maskenpflicht an den Busbahnhöfen lässt die Stadt auch die OVB-Heimatzeitungen zurück. Laut der siebten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gilt aktuell eine Maskenpflicht im öffentlichen Personennah- und -fernverkehr und den hierzu gehörenden Einrichtungen, also auch an den Busbahnhöfen. Derzeit denkt die Stadt darüber nach, dort überhaupt eine Maskenpflicht einzuführen. „Die Stadt prüft noch die rechtlichen Voraussetzungen, um auch in diesem Bereich eine Maskenpflicht anzuordnen“, erklärt Pressesprecher Christian Schwalm.

Ein paar Meter vom Busbahnhof entfernt sind inzwischen Schilder angebracht: „Hier gilt Maskenpflicht.“ Gemeint ist die Fußgängerzone, also der Max-Josef-Platz sowie seine Seitenarme bis zur Stoll- und Nikolaistraße. Auch am Ludwigsplatz und Salzstadl heißt es: Maske auf. Ausgenommen ist der Salinplatz als Privatfläche.

Derzeit sind Polizei und der städtische Ordnungsdienst im Rahmen des üblichen Streifendienstes in der Innenstadt präsent und überwachen dabei die Einhaltung der Maskenpflicht. Sie werde von den meisten Bürgern beachtet, auch das Verständnis für die Maßnahme sei hoch, fasst Schwalm zusammen. „Am Donnerstagnachmittag waren nur noch einzelne Passanten ohne Maske in der Fußgängerzone zu sehen.“ Eine mündliche Verwarnung habe bisher ausgereicht. Nun möchte der Freistaat Bayern härter gegen Regel-Sünder bei den geltenden Corona-Maßnahmen vorgehen. Am Freitag fanden deshalb seit 7 Uhr verstärkt Kontrollen der bayerischen Polizei statt, an Orten mit hoher Sieben-Tage-Inzidenz (Zahl der Infizierten binnen sieben Tagen pro 100000 Einwohner) – etwa in U-Bahnhöfen in München oder Nürnberg. Auch die Polizeiinspektion Rosenheim kontrollierte den ÖPNV, wie Sprecher Martin Emig mitteilte. „Wir haben grundsätzlich verstärkt ein Auge auf die Maskenpflicht.“ Wieviele Beamte bei den Kontrollen in der Innenstadt im Einsatz waren, wollte er nicht sagen.

Polizei spricht
mit den Passanten

Die Streifenpolizisten sprächen die Menschen an, die ohne Maske unterwegs seien oder deren Mund-Nasen-Bedeckung nicht richtig säße. „Als die Maskenpflicht in der Fußgängerzone kam, war das vielen Passanten noch nicht so bewusst.“ Die Hinweisschilder der Stadt zeigten mittlerweile ihre Wirkung. Die Polizei suche das Gespräch, nach einem freundlichen Hinweis setzten die meisten ihre Maske wieder auf, so Emig. Sonst gebe es ein Verwarngeld von 55 Euro, bei härterem Widerstand drohe eine Anzeige.

Harsche Kritik
seitens der AfD

Der AfD ist die Maskenpflicht in Rosenheim ein Dorn im Auge. Die Rosenheimer AfD-Politiker Stadtrat Andreas Kohlberger sowie Landtagsabgeordneter Andreas Winhart kritisieren die Entscheidung der Stadt, bestimmte öffentliche Plätze mit der Maskenpflicht zu belegen und „dafür 150 Euro Bußgeld bei Nichteinhaltung zu kassieren“. „Gerade jetzt, wo ein neuer Lockdown von der Bayerischen Staatsregierung herbeigetestet wird, bedrohen derartige Maßnahmen die wirtschaftliche Zukunft der zahlreichen Einzelhändler in der Rosenheimer Innenstadt.“

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