Rosenheim – Corona macht nun auch dem Mantelsonntag in der Stadt Rosenheim den Garaus: Nach der auf 115 gestiegenen Sieben-Tage-Inzidenz sagte Oberbürgermeister Andreas März am gestrigen Freitag den Simon- und Judäi-Markt sowie den verkaufsoffenen Sonntag ab. Bei Händlern und Schaustellern stieß der OB mit der Maßnahme auf Verständnis. Gleichzeitig machte sich Enttäuschung breit.
Paul Adlmaier
zeigt Verständnis
Paul Adlmaier, Vorsitzender des Vereins City-Management Rosenheim und Geschäftsführer des Herrenmodegeschäfts Adlmaier, kann die Entscheidung der Stadt nachvollziehen. Er habe schon damit gerechnet. Mit den steigenden Infektionszahlen sei ein Mantelsonntag einfach nicht möglich. Er erinnert an das Starkbierfest, an die negativen Schlagzeilen über Rosenheim bundesweit. „Das wollen wir nicht noch einmal.“
Dennoch: „Aus der Sicht des Händlers ist die Absage schade“, sagt er. Der Mantelsonntag sei für viele der frequenzstärkste Tag im Jahr. Da falle einiges an Umsatz weg. Aber da heuer wegen der Corona-Pandemie alles anders als normalerweise sei, hätte man das Verhalten der Menschen auch nicht einschätzen können. Adlmaier zumindest habe nicht daran geglaubt, dass es großes Gedränge gegeben hätte.
Dieser Meinung schließt sich Marianne Stadler-Kern vom Trachtengeschäft Beo an. Auch sie verstehe die aktuelle Situation, bedauert aber wie Paul Adlmaier die Absage des Mantelsonntags. „Wir haben uns darauf eingestellt und schon einen Arbeitsplan erstellt“, sagt sie. Für sie sei der Tag immer zur Kundenpflege wichtig. Außerdem würden viele Leute von außerhalb der Region kommen.
Keine Süßwaren,
kein Karussell
Davon profitiert auch Schausteller Hendrik Branicki junior normalerweise immer. Er wäre mit einem Pizza- und Süßwarenstand sowie einem Kinderkarussell in der Fußgängerzone gestanden. Die Absage bedeutet wieder einmal einen verlorenen Tag für ihn als Schausteller. „Es ist wie Autofahren im Nebel. Man weiß einfach nicht, worauf man sich einstellen muss. Es ist schade.“
Auch Marina Triltsch von Mode Raphael ist enttäuscht. Sie hatte Werbung mit einem Newsletter gemacht und mit vielen Kunden gerechnet.
Alexandra Schöne