Weniger Autos, mehr Fahrräder

von Redaktion

Grüne fordern Verkehrskonzept für Naherholungsgebiet

Rosenheim – Für das Naherholungsgebiet „Happinger Seen“ soll ein Verkehrskonzept entwickelt werden. Jedenfalls wenn es nach den Grünen und ÖDP-Stadtrat Horst Halser geht. Während die Stadt warten will, bis die Planungen der Deutschen Bahn zu den Bahnübergängen in Happing konkreter werden, fordern die Stadträte eine schnellere Umsetzung.

Franz Opperer, Fraktionsvorsitzender der Grünen, sorgt sich um die Verkehrssituation im Rosenheimer Naherholungsgebiet. „Wir brauchen ein Verkehrskonzept. Die Bahn wird das Problem für uns nicht lösen“, sagte er in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Verkehrsfragen und ÖPNV. So seien gerade in den Sommermonaten die Wege und Straßen rund um den Floriansee, Happingerausee und Happinger See mit Auto- und Radfahrern sowie Fußgängern stark frequentiert. Eine klare Verkehrsführung aber sei nicht erkennbar. Auch von Geschwindigkeitsbegrenzungen fehle jede Spur. „Die Autos brettern teilweise mit 80 um die Kurve“, kritisierte Stadtrat Peter Weigel (Grüne). Hinzu komme, dass Wildparker oft notwendige Rettungswege behindern. Für ihn und seine Fraktionskollegen steht deshalb fest: Ein Konzept muss her mit dem Ziel, das Landschaftsschutzgebiet „Innauen Süd“ vom motorisierten Individualverkehr zu entlasten.

Die Stadt selbst will den Antrag zwar aufgreifen – aber erst, wenn die Planungen der Deutschen Bahn zu den Bahnübergängen in Happing „hinreichend konkret“ sind. Unverständnis darüber herrscht beim Fraktionsvorsitzenden Franz Opperer: „Wir können nicht darauf warten, was die Bahn zu uns sagt. Wir müssen der Bahn sagen, was wir wollen.“

Eine Veränderung wünscht sich auch Stadtrat Robert Metzger (SPD). Ihm liegen vor allem die „sicheren Radwege“ am Herzen. „Wir müssen uns auf den Fahrradverkehr konzentrieren, unabhängig von der Bahn.“ Es ist eine Meinung, die auch der Fraktionsvorsitzende der CSU, Herbert Borrmann, teilt: „Wir müssen den Radverkehr attraktiver machen.“ Die Radwege im Naherholungsgebiet, unter anderem in der Moosbachstraße, seien eine Katastrophe. Oft müsse man die Räder schieben. Er forderte einen „gescheiten Untergrund“. „Bis Frühjahr gehört etwas gemacht, und wenn es nur eine Geschwindigkeitsbegrenzung ist“, ergänzte Peter Weigel.

Stadträtin Daniela Dieckhoff (Grüne) schlug eine Tempo-30-Zone vor. Ziel sollte es sein, „die Straße für Autofahrer unattraktiv zu machen“ – allerdings ohne „bauliche Änderungen“. „Der Durchgangsverkehr muss raus“, zeigte sie sich überzeugt. Ginge es nach ihr, sollte die Moosbachstraße außerdem zu „Rosenheims erster Fahrradstraße“ umgewandelt werden. Ein Vorschlag, dem auch die Stadt positiv gegenüberstand.

Oberbürgermeister Andreas März (CSU) versprach, sich die Anregungen anzuschauen, um herauszufinden, ob „kurzfristige Umsetzungen möglich sind“. Einstimmig einigte man sich darauf, dass im nächsten Verkehrsausschuss ein Konzept vorgestellt werden soll. Schon jetzt soll ein Parkraummanagement an den Happinger Seen eingeführt werden. Anna Heise

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