Rosenheim – Bei Rosenheimern sind die beiden bekannt: der schlafende Nikolaus hinter dem Fenster des Cafés Bergmeister am Max-Josefs-Platz und der Nikolaus im Kerzenfachhandel Ruedorffer.
Laute Schnarchgeräusche ertönen aus dem kleinen Lautsprecher, der in die Wand des Cafés Bergmeister am Max-Josefs-Platz eingelassen ist. Ein Stück unter dem Lautsprecher liegt hinter der Fensterscheibe eine Puppe. Sie trägt eine rot-weiße Zipfelmütze und einen Mantel in den gleichen Farben. Der Gürtel ist schwarz, der lange Bart ist grau, die Augen sind geschlossen. Beim genauen Hinsehen erkennt man, dass sich die Brust des Männchens wie beim Atmen hebt und senkt.
Der Nikolaus der Bäckerei Bergmeister liegt schon seit „bestimmt 40 Jahren“ in jeder Adventszeit hinter dem Fenster des Cafés, sagt Marianne Bergmeister. Ihre Schwiegermutter habe ihn damals von einer Messe mitgebracht. „Der muss es sein, hat sie gesagt.“ Dabei liegt hinter dem Fenster schon der Nachfolger. Der ursprüngliche Nikolaus sei schon „in Rente“. „Wir haben lange gesucht, bis wir genau den Gleichen gefunden haben“, sagt sie.
Für sie sei das Aufbauen der Nikolaus-Ecke im Café der Startschuss für die Adventszeit. Und nicht nur für sie ist dieser Tag etwas Besonderes, sondern auch für die vielen Kinder, die am Café vorbeikommen. „Vergangene Woche waren schon welche da. Sie klopfen gegen die Scheibe und sagen ‚Wach auf, lieber Nikolaus‘. Sie sind hin und weg“, erzählt Marianne Bergmeister und freut sich.
Ähnlich beliebt ist auch der Nikolaus im Kerzenfachhandel Ruedorffer. „Der ist fast 90 Jahre alt“, sagt Christine von Wartburg (96). Der Nikolaus, der in ihrem Schaufenster steht, sei ein Geschenk gewesen. Er werde „jedes Jahr um die gleiche Zeit rausgeholt“ und alle paar Stunden aufgezogen. Dann nickt er den vorbeilaufenden Kindern zu und verbreitet vorweihnachtliche Stimmung. asc/hei