Digital trifft Regional

von Redaktion

Erster Stand der „Marktschwärmer“ in Rosenheim eröffnet

Rosenheim – Bei regionalen Händlern online bestellen und einmal pro Woche in Rosenheim abholen. Das ist das Prinzip des neuen Marktschwärmerstandes, der am Mittwoch zwischen 18 und 19 Uhr im Café Stellwerk 18 seine ersten Lieferungen verteilte. Die Samerbergerin Stephanie Wimmer möchte mit ihrem Geschäftspartner Michael Huber die Landwirte in der Region unterstützen und nutzt dafür die europaweit agierende Plattform der „Marktschwärmer“.

Anfangs viel Arbeit
für wenig Ertrag

Bereits vor drei Monaten begann die Planung der jungen Studentin (wir berichteten). „Damals bin ich viel in der Gegend rumgefahren und habe zunächst nur wenig Erfolg gehabt. Keiner wollte der Erste sein.“ Doch Wimmer gab nicht auf und kann mittlerweile auf einen Pool von neun Landwirten zurückgreifen, die ihre Produkte auf der Online-Plattform anbieten. Mit deren Hilfe kann Wimmer mittlerweile die vorgeschriebenen grundlegenden Lebensmittel anbieten und mit dem Verkauf beginnen.

Für Obst und Gemüse sorgen die „Gärtnerei Gustererhof“ aus Großkarolinenfeld sowie der „Bicha Hof“ aus Nußdorf. Fisch und Fleisch kommen von Fischerei „Thomas & Florian Lex“ von der Fraueninsel und der Biometzgerei „Simsseer Weidefleisch“. Der „Donislhof“ aus Stephanskirchen liefert Eier und Nudeln, das „Finkennest“ Schonstett sorgt für verschiedenes Brot. Milchprodukte liefern die „Anderlbauer Käsespezialitäten“ und für die Genussmittel wie Schnaps und Eis sorgen die Frasdorfer „Brennerei Bachmaier“ und das „Rinser Natureis“ aus Söchtenau. Alle Beteiligten sind jeden Mittwoch vor Ort, um die Bestellungen an die Kunden zu verteilen. Alle Produkte müssen dabei bereits bis Montag digital bestellt und bezahlt werden. „Dadurch können die Wirte ihr Angebot genau abstimmen und es gibt keine überschüssigen Lebensmittel“, erklärt Wimmer.

Das Konzept wurde angenommen. Alle Beteiligten freuten sich zum Auftakt über 55 Bestellungen. Viele Kunden standen bereits eine viertel Stunde vor der offiziellen Eröffnung mit Sicherheitsabstand in der Schlange, um ihre Tüten bei den Händlern abzuholen. Diese waren dabei so gestaffelt, dass man sich nur in eine Richtung bewegen musste, um bei jedem Stand vorbeizukommen. „Das Ganze während Corona zu beginnen ist sicher nicht ganz einfach, aber wir machen das Beste draus“, meint Wimmer. Auch die Landwirte wie Johann Huber waren erfreut, „endlich mal wieder rauszukommen“. Der Geschäftsführer der Frasdorfer Käserei war laut eigener Aussage sofort begeistert von der „Schwärmer-Idee“. Auch Claudia Gschwendtner war von dem Zuspruch positiv überrascht und freut sich, ihr Söchtenauer Natureis wieder persönlich verkaufen zu können. „Der Kundenkontakt ist uns dieses Jahr schon sehr verloren gegangen. Nachdem auch die Gastronomie als Kunde wegfällt, ist das hier eine gute Winter-Alternative.“

Vielfalt an Obst
und Gemüse fehlt

Stefanie Wimmer überlegt bereits, wie sie ihr wöchentliches Angebot für die Zukunft optimieren kann. Die Studentin im Bereich digitale Unternehmensgründung möchte in jedem Fall noch mehr Partner akquirieren. „Wir versuchen durch die Eröffnung zu lernen, in welchen Bereichen wir uns noch verbessern können. Im Moment fehlt es uns noch etwas an der Vielfalt bei Obst und Gemüse.“ Nachdem sie aber bereits einige Partner an ihrer Seite hat, sieht die 24-Jährige gute Chancen darin, weitere Interessenten zu finden ohne, wie noch vor drei Monaten, stundenlang durch den Rosenheimer Landkreis fahren zu müssen.

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