Steckt linke Szene hinter Aufklebern?

von Redaktion

Polizei legt sich nicht fest – Stadt muss sich um das Entfernen der Sticker kümmern

Rosenheim – Zahlreiche Verkehrszeichen im Stadtgebiet sind mit Aufklebern übersät. Ihre Entfernung kostet jedes Jahr Tausende von Euro. Jetzt hat die Rosenheimer Polizei zwei junge Männer auf frischer Tat ertappt. Unbekannt sind die beiden nicht.

Säuberung mit speziellem Spray

Im Juni hat es linksradikale Schmierereien in der gesamten Innenstadt gegeben, jetzt haben Aufkleber auf Verkehrsschildern für Aufregung gesorgt. „Zwischen den beiden Fällen besteht durchaus ein Zusammenhang“, sagt Polizeihauptkommissar Robert Maurer. Zwar hält er sich bedeckt, welche Gruppierung hinter den Stickern stecken könnte. Schaut man sich die Aufkleber jedoch genauer an, können sie durchaus der linken Szene zugeordnet werden. So klebt beispielsweise an einem Einbahnstraßenschild in der Riederstraße ein lilafarbener „No Nazis, No Cops“-Aufkleber. Einige Meter weiter befindet sich schon der nächste. Auf der Rückseite eines Halteverbot-Schilds pappt ein roter Sticker mit den Worten „Gegen völkische und sexistische Antisemiten“. Und auch der Laternenpfosten schräg gegenüber wurde nicht verschont. Hier haftet ein Aufkleber der politischen Organisation „Contre la tristesse“, auf dem „Stoppt das Morden an Europas Mauern“ steht.

Es ist eine Organisation, die in Rosenheim nicht unbekannt ist und bereits seit einigen Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Laut Verfassungsschutzbericht gehört „Contre la tristesse“ zu der sogenannten linksextremistischen, autonomen Szene.

Ob auch der Raublinger (21) und der Bad Aiblinger (18) die am vergangenen Freitagabend – wie berichtet –für das Bekleben der Schilder verantwortlich waren, zu dieser Szene gehören, bleibt offen. Fest steht: Die Polizei kennt die beiden Männer. Bereits im Mai hatten Beamte sie dabei erwischt, wie sie Ortsschilder in Pang mit Stickern beklebten.

Keine Seltenheit, weiß auch die Stadt. „Diese Form von Vandalismus an öffentlichen Gütern kommt leider immer wieder vor“, heißt es auf Nachfrage. Entfernt werden die Aufkleber von den Mitarbeitern des Baubetriebshofs. Sie erhalten ihre Aufträge von der Polizei oder dem Ordnungsamt. Am „Tatort“ angekommen, benutzen die Mitarbeiter ein spezielles Spray, das auch bei der Entfernung von Graffitis zum Einsatz kommt. „Die Aufkleber werden eingesprüht und dann mit einem Spachtel weggekratzt“, teilt der Pressesprecher der Stadt, Christian Schwalm, mit.

Dabei verursache die Entfernung von zehn Stickern Kosten in etwa einem dreistelligen Bereich. Wie hoch der Schaden vom vergangenen Wochenende ist, dazu kann sich die Polizei noch nicht äußern.

Geschädigte sollen sich mit der Polizei unter Telefon 08031/200-2200 in Verbindung setzen.

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