Rosenheim – Die Innenstadt leidet unter der Corona-Krise. Doch Probleme hat es laut den Republikanern bereits vor der Pandemie gegeben. Aus diesem Grund hat die Fraktion die Verwaltung aufgefordert, ein Konzept zur Belebung der Innenstadt und zur Sicherung der dortigen Arbeitsplätze zu erstellen.
Im Stadtrat sitzt Rudolf Hötzel zwar nicht mehr. Doch bereits im Februar, als er noch Teil des Gremiums war, hatte er die schlechte Erreichbarkeit der Innenstadt und die fehlende „gute Stimmung“ kritisiert. Hinzu komme, dass über die Jahre etliche Parkplätze weggefallen seien. Ziel müsse es deshalb sein, Instrumente zu finden, „um die Menschen in die Innenstadt zu locken“ und die „gute Stube der Stadt auch geschäftlich zu reaktivieren“. Jedenfalls für die Zeit nach dem Lockdown. Bestes Beispiel sei – so geht es aus dem Antrag hervor – der Aicherpark. „Fast alle Geschäfte sind dort belegt“, sagt Hötzel. Für ihn Anlass genug, ein Konzept erstellen zu lassen, wie die Innenstadt in den kommenden Jahren mehr belebt werden könnte. Geht es nach ihm, sei das vor allem durch Gratisparken und innovative Ideen machbar.
„Ich habe nicht den Eindruck, dass die Innenstadt schlecht erreichbar ist“, argumentierte Oberbürgermeister Andreas März (CSU). Er machte darauf aufmerksam, dass es in der Stadt rund 2400 Parkplätze gibt, darunter 700 kostenlose Stellplätze auf der Loretowiese. Nur selten komme es vor, dass alle Parkplätze, die es in der Stadt gibt, gleichzeitig belegt sind. Hinzu kommt, dass bereits zur Vorweihnachtszeit 2019 eine Anwohnerzone Am Esbaum in eine Wechselparkzone umgewandelt wurde. Auch in der Riederstraße sind laut Stadt Kurzzeitparkplätze vorhanden.
Und auch an der Belebung der Innenstadt arbeite man bereits auf Hochtouren. So unterstütze die Stadt das Citymanagement bei der Durchführung zahlreicher Veranstaltungen, die dem Ziel dienen, „die Innenstadt für heimische Kunden wie für Touristen attraktiv zu machen und zum Besuch einzuladen“. Ein Ziel, das man auch während der Corona-Krise nicht aus den Augen verloren habe. So erinnerte März beispielsweise an die Veranstaltung „Sommer in Rosenheim“ sowie das „Transit Art Festival“.
Und auch den Vorwurf der Republikaner, dass verstärkt Leerstandsflächen auftreten, könne man so nicht hinnehmen. Zwar sei es richtig, dass die Innenstadt „eine höhere Fluktuation bei kleineren bis mittleren Geschäften verzeichnet“, trotzdem gebe es auch während der Corona-Krise „überdurchschnittlich viele Neueröffnungen“. So konnten diverse Leerstände nach relativ kurzer Zeit mit neuen Geschäftskonzepten wiederbelebt werden. „Das zeigt, dass Rosenheim nach wie vor ein attraktiver Standort für Geschäftsgründungen ist“, heißt es aus dem Rathaus. Für länger leer stehende Flächen habe man zudem einen Fördereintrag eingereicht, um diese durch Zwischennutzungskonzepte zu beleben. Der Bescheid über eine Förderung steht laut Stadt derzeit noch aus.
Neben den wirtschaftsbezogenen Maßnahmen arbeite man außerdem daran, dass der öffentliche Raum aufgewertet wird. So gebe es beispielsweise das Projekt „Stadtmöbel für Rosenheim“, eine Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule und der Stadtbibliothek. Auch die geplante Neugestaltung des Pflasterbelags auf dem Max-Josefs-Platz könne einen Beitrag leisten, „die Innenstadt gerade für ältere Menschen attraktiver zu machen“.
Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler/UP, Robert Multrus, teilte die Meinung der Verwaltung, kritisierte jedoch die Erreichbarkeit mit dem ÖPNV. So würde das Ende der Geschäftszeiten nicht mit den Verkehrszeiten zusammenpassen. Oberbürgermeister März stimmte zu, sagte, dass man versuche, dieses Manko mit dem Nahverkehrsplan zu beheben. hei