„Die Kreuzung ist lebensgefährlich“

von Redaktion

Rosenheimer Schulweghelferin fordert eine verbesserte Ampelschaltung an der B15

Rosenheim – Jeden Morgen zur Schulzeit, zwischen 7.30 und 8 Uhr stehen die Schulbegleiter an der Kreuzung der Schlößlstraße/Westerndorferstraße und helfen den Kindern, sicher zur Grund- und Mittelschule Westerndorf St. Peter zu gelangen. Doch eine kurze Ampelschaltung und rücksichtlose Fahrer machen es den Ehrenamtlichen schwer. Nach zahlreichen Vorkommnissen und sogar einem Todesfall fordern sie eine Veränderung der Verkehrssituation. Das Staatliche Bauamt und das Verkehrsamt Rosenheim wissen um die prekäre Lage und prüfen erneut, ob die Ampelschaltung optimiert werden kann.

Überquerung wird
zur Herausforderung

„Es ist teilweise lebensgefährlich was wir da machen“, berichtet Bärbl Thum. Sie ist die Großmutter eines der Schulkinder und somit Teil einer selbst organisierten Gruppe, die sich täglich um einen sicheren Übergang an der kniffligen Kreuzung bemüht. In den zwei Jahren als Lotsin hat sie schon einige knappe Begegnungen mit den Autofahrern hinter sich. „Ich bin immer wieder gerade noch so von der Straße gehüpft, bevor mich ein Auto angefahren hat. Das passiert leider viel zu häufig.“ Auch wenn derzeit aufgrund des Lockdowns keine Kinder mehr zur Schule müssen, sei das Problem höchstens aufgeschoben, aber noch lange nicht gelöst.

Dass die Ecke so gefährlich ist, liegt laut Thum an der Ampelschaltung. Um von der Rosenheimer Innenstadt aus kommend die Schule zu erreichen, müssen die Kinder erst über die Schlößlstraße, um danach die Westerndorferstraße zu überqueren. Die Grünphase an der Hauptstraße ist allerdings so kurz, dass die Lotsen es nicht schaffen, mit den Kindern die andere Seite zu erreichen und rechtzeitig wieder an der Schlößlstraße zu sein, um den nächsten Schülern zu helfen. Ein „durchgehendes hin- und hersprinten“ ist die Folge. Die langjährige Stadträtin Thum fordert daher, die Ampelphase über die B15 um ein paar Sekunden zu verlängern und die lange Grünphase in der Schlößlstraße dafür etwas zu verkürzen. Mit drei Sekunden Versatz wäre damit schon jedem geholfen.

Das staatliche Bauamt kennt die besondere Situation. Vor zwei Jahren erhöhte man bereits nach einer tödlich verunglückten Radfahrerin den Bordstein, um den Fußgängerüberweg besser von der Straße abzugrenzen (wir berichteten). Schon damals traf sich das Bauamt mit den Schulweghelfer und der Polizei, um den Weg sicherer zu gestalten. „Die damals vorgeschlagenen und untersuchten Änderungen der Signalsteuerung würden die Leistungsfähigkeit im Einmündungsbereich allerdings massiv beeinträchtigen“, berichtet die Pressesprecherin des Staatlichen Bauamts, Ursula Lampe. Eine Änderung sei daher nicht umgesetzt worden.

Die bisherigen Maßnahmen reichen wenn es nach den Schulweghelfern geht aber bei Weitem nicht aus. Der Weg sei immer noch sehr schwer einzusehen und das Problem, mit den Kindern die Straße rechtzeitig zu überqueren, bliebe nach wie vor bestehen. Aus diesem Grund traf sich die Helferin Thum mit dem Rosenheimer Oberbürgermeister Andreas März an der besagten Stelle, um ihm die Situation persönlich zu zeigen. Wie die 72-jährige Großmutter berichtet, sei er sehr aufgeschlossen gewesen und versprach, sich um das Anliegen zu kümmern.

Überprüfung wird von
der Stadt befürwortet

Auf Nachfrage bei der Stadt antwortet der stellvertretende Pressesprecher Christian Schwalm: „Die Stadt Rosenheim hat die von Frau Thum angeregte Änderung zur Überprüfung an das Staatliche Bauamt als zuständigen Baulastträger für die B15 weitergegeben.“ Man befürworte dabei den Vorschlag der Rosenheimerin, die Stelle nochmals genau auf eine verlängerte Grünphase zu überprüfen.

Wann genau das Geschehen wird, ist jedoch unklar. Sowohl das Staatliche Bauamt als auch die Stadt Rosenheim wissen nur, dass der Vorgang derzeit noch in Bearbeitung ist. Die ehrenamtliche Helfergruppe hofft jedoch sehr, dass sich die Lage an der Kreuzung noch vor dem Schulbeginn im nächsten Jahr verbessert und ihnen dadurch mehr Zeit bleibt, die Kinder auf ihrem Weg sicher über die Straße zu bringen.

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