Rosenheim/Altötting/Mühldorf – Geht es nach Kevin Hartung, sollte kein Kind ohne Kuscheltier im Krankenhaus liegen müssen. Der 26-jährige Rosenheimer, der derzeit am Inn-Klinikum Altötting eine dreijährige Ausbildung zum Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger absolviert, hat jüngst mit „Päd-Care“ einen gemeinnützigen Verein gegründet. Dieser Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, allen Kindern, die auf den Kinderstationen der Kliniken deutschlandweit liegen, die Zeit im Krankenhaus so gut es geht zu versüßen.
Sei es mit Blick auf eine kinderfreundliche Ausstattung der Krankenzimmer oder eben dem obligatorischen Teddybär, der als Seelentröster gleich mit einzieht. Jetzt geht es darum, Kooperationspartner und Sponsoren mit ins Boot zu holen.
Kinder brauchen
ein Stück „Zuhause“
„Kinder, egal ob Kleinkinder oder Teenager, verbringen viel Zeit allein im Krankenhaus. Weil die Eltern berufstätig sind oder weiter weg wohnen. Mit einem eigenen Kuscheltier nehmen die Kleinen ein Stück ‚Zuhause‘ mit“, erzählt Kevin Hartung, der in seinem Zimmer des Personalwohnheims am Krankenhaus selbst den Teddy seiner zwölfjährigen Schwester Valentina „wohnen“ lässt. Dafür sei man doch nie zu alt.
Der gelernte Rettungssanitäter, der sechs Jahre lang den Job in München ausgeübt hat, weiß allerdings auch, dass zahlreiche Kinder, die als Notfälle mit dem Krankenwagen eingeliefert werden, auf die Schnelle eben nicht mit dem flauschigen Begleiter ankommen. Oder manche Eltern haben schlichtweg keine finanziellen Mittel für solche Ausgaben. Ganz schön traurig, findet Kevin, der ein großes Herz für Kinder hat. Gerade an Weihnachten, wenn man so krank ist, dass man nicht zu Hause bei den Lieben sein kann.
„Die Idee, Spenden für Kuscheltiere zu sammeln, kam mir tatsächlich in der Vorweihnachtszeit.“ Der engagierte Pflegeschüler hatte auf Bitten eines Sechsjährigen auf Station dessen drei mitgebrachte Kuscheltiere ‚verarztet‘. „Einer hatte ein gebrochenes Bein, der andere multiple innere Verletzungen, die ich versorgt habe“, lacht Kevin, der damit dem kleinen Patienten, der über einen längeren Zeitraum in der Klinik bleiben musste, eine große Freude bereiten konnte. Dafür, dass diese „kuschelige“ Weihnachtsaktion keine Eintagsfliege bleibt, soll nun der Verein sorgen, den Kevin Hartung mit Familie und Freunden auf die Beine gestellt hat.
Mittlerweile sind es neun Mitglieder. Ideen für neue Projekte, die kommen dem 26-Jährigen, der momentan auf der Neugeborenen- und Kinderintensivstation arbeitet, jeden Tag. Zum Beispiel eine Häkel-Aktion für die Babys und Frühchen, an der sich schon ein paar kreative Bastler beteiligt haben. „Tintenfische sind gerade sehr begehrt“, so Kevin Hartung mit einem Lächeln.
Hilfe mit Stricken,
Häkeln oder Geld
Und wer nicht stricken oder häkeln kann? Unterstützen könne man den Verein, der auf der Webseite www.paedcare.de sowie über die sozialen Medien zu finden ist, auch als aktives Mitglied oder als Fördermitglied. Aber das muss erst noch wachsen und gedeihen, waren für den angehenden Kinderkrankenpfleger doch das Rechtliche und Bürokratische im Zuge seiner Vereinsgründung Neuland, auf dem er sich noch zurechtfinden muss.
Was ansteht, ist, für ein Maskottchen und Logo zu sorgen. Was Kevin Hartung dabei vorschwebt? Ganz klar, ein PädCare-Bär mit langen Gliedmaßen, die man gut verarzten kann.