Rosenheim – Gut zwei Wochen nach Einführung der Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und dem Einzelhandel scheinen sich die meisten Rosenheimer an die Vorgabe zu halten.
Beim Rosenheimer Stadtverkehr zumindest sah man sich in den vergangenen Tagen nicht mit einer Flut an Maskenverweigerern konfrontiert. Die Fahrgäste seien „brav“, bislang sei es maximal zu vereinzelten Missverständnissen gekommen, wenn es um die Frage ging, ob eine Bedeckung für Mund und Nase zu tragen ist, wie der Geschäftsführer des Rosenheimer Stadtverkehrs, Ingmar Töppel, berichtet. Zudem: „Absolute Verweigerer werden gar nicht mitgenommen.“
Eine kleine
Rangelei im Bus
Und doch habe es zumindest einen Zwischenfall gegeben. Ein Maskenverweigerer habe einen Fahrer bedroht, und es sei zu einer kleinen Rangelei gekommen. „Aber Gottes Tierpark ist groß, und das ist Gott sei Dank ein Einzelfall“, meint der Geschäftsführer des Rosenheimer Stadtverkehrs.
Die neuen Auflagen hätten vor allem viel organisatorische Arbeit mit sich gebracht: für die Beschaffung der Masken, aber auch für deren Ausgabe und die entsprechende Dokumentation. Ebenso habe man Fahrer und die Mitarbeiter im Ticketzentrum schulen müssen, wie sie sich im Einzelfall verhalten sollen. Denn: „Wenn jemand während der Fahrt die Maske schon mal runternimmt, weist der Fahrer auf die Verpflichtung hin, wenn er es im Spiegel sieht“, schildert Töppel. Oder die Fahrgäste erinnerten ihre Mitpassagiere daran, im Bus FFP2-Masken zu tragen.
Diese gibt es übrigens auch direkt im Bus gegen eine Schutzgebühr zu erstehen. Das sollte jedoch die Ausnahme bleiben, denn die Busse des Stadtverkehrs sollen „nicht zum Verkaufsstand“ für die Bedeckungen mutieren. Stattdessen soll das Angebot dazu führen, dass niemand an der Haltestelle stehen bleiben muss, nur weil er vergessen hat, eine Maske mitzunehmen. Wichtig ist es Töppel vor allem zu betonen, dass es in seinem Team bislang noch keinen einzigen Corona-Erkrankten gegeben habe.
Ein positives Fazit zieht die Stadt Rosenheim über die bisherige Bereitschaft der Bürger, sich an die neuen Vorhaben zu halten. „Dem Ordnungsamt sind keine expliziten Verstöße bekannt“, sagt der stellvertretende Pressesprecher der Stadt, Christian Schwalm, Stand Anfang der Woche. Er gibt aber zu bedenken, dass geraume Zeit vergehen könne, bis es zur Anzeige komme. Gründe dafür, sich den Masken zu verweigern, sieht Schwalm keine, zumal die FFP2-Exemplare inzwischen auch in vielen Geschäften und den Bussen des Nahverkehrs zu bekommen seien.
So gut wie
keine Verstöße
So gut wie keine Verstöße meldet das Polizeipräsidium Oberbayern Süd für die Stadt Rosenheim. Seit Ende der Karenzwoche am Montag, 25. Januar, nahmen die Beamten im Stadtgebiet sechs Kontrollen vor. Dabei mussten sie acht Verstöße gegen die Maskenpflicht ahnden. Das Thema Maskenverweigerer stelle mit diesen Zahlen in den Augen der Ordnungshüter „kein großes Problem“ dar.
Rund 95 Prozent aller Kunden hielten sich an die Maskenpflicht, berichtet der Vorsitzende des Rosenheimer Gewerbeverbands, Anton Heindl. Die verbleibenden fünf Prozent könnten meist ein Attest nachweisen, das sie von der Auflage, Mund und Nase bedeckt zu halten, befreit. „Man sieht dies ja auch am Rosenheimer Ludwigsplatz, wenn sich die Leute zum Markttag daran halten.“