Rosenheim – Gefüllte Räume, fröhliche Lehrer und lachende Kinder. Die Rosenheimer Grundschulen erwachen langsam aber sicher wieder zum Leben. Mit geteilten Klassen begann für die jungen Schüler die Rückkehr in den Präsenzunterricht. Auch wenn der wechselnde Rhythmus aufgrund der Corona-Maßnahmen wieder neue Herausforderungen mit sich bringt, freut man sich an den Schulen, die Kinder wieder begrüßen zu können und einen ersten Schritt in Richtung Normalität zu machen.
Neues System wird positiv aufgenommen
„Bisher ist es ruhig angelaufen und wir konnten alles gut organisieren“, stellt Helga Wagner, die Schulleiterin der Prinzregentenschule Rosenheim, in Hinblick auf den ersten Tag im Wechselunterricht fest. Mit einem strikten Hygienekonzept sorgt man dafür, den Stundenplan nahezu lückenlos wieder vor Ort umsetzen zu können. Gerade für die Grundschüler sei dies eine enorme Erleichterung, da der Unterricht auf Distanz zwar funktioniert, jedoch deutlich herausfordernder ist als bei älteren Jahrgangsstufen.
Doch auch der tägliche Wechsel bringt neue Schwierigkeiten mit sich. Gerade die Notbetreuung, die trotz der Teilpräsenz aufrecht erhalten werden muss, ist beispielsweise für die Lehrkräfte an der Rosenheimer Grundschule Erlenau ein Kraftakt. „Personell und räumlich ist nun alles auf Kante genäht“, berichtet Rektorin Alexandra Bogris, die derzeit versucht, den unterschiedlichen Bedürfnissen aus Distanz- und Wechselunterricht sowie der Notbetreuung gerecht zu werden.
Gleichzeitig besteht bei den Eltern die Sorge, dass die Gefahr einer Ansteckung ihrer Kinder mit dem Coronavirus durch den plötzlich vermehrten Kontakt deutlich steigt. Aus diesem Grund fordert Rosenheimer Martin Löwe, der Landesvorsitzende des Bayerischen Elternverbandes, in einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder dazu auf, die flächendeckende Anschaffung von Luftfilteranlagen für Schulen zu verbessern. Demnach sind an den Rosenheimer Grundschulen zwar meist CO2-Amplen verfügbar, die die Luftqualität im Raum anzeigen. Abgesehen davon müsse man sich allerdings nach wie vor auf regelmäßiges Lüften verlassen.
Für eine höhere Sicherheit könnten zukünftig Corona-Schnelltests sorgen, über dessen Einsatz an Grundschulen derzeit diskutiert wird. Aber auch hier ist „die Sorge einiger Eltern groß“, berichtet Schulleiterin Wagner. Denn regelmäßige Tests wären für einige ein zu großer Eingriff in das körperliche Wohlbefinden ihrer Kinder. Andererseits kann Wagner auch verstehen, dass man alles dafür tut, um wieder ein wenig mehr Normalität in den alltäglichen Unterricht zu bringen.
Eine weitere Problematik ist die Einrichtung eines
Livestreams an den Rosenheimer Schulen, mit dem die Schüler von zu Hause den Unterricht mitverfolgen könnten. Vielen fehlt dafür allerdings die notwendige technische Infrastruktur (wir berichteten). Aus diesem Grund werden an der Erlenau-Grundschule die neuen Lerninhalte ausschließlich in Präsenz neu vermittelt, um am darauffolgenden Tag zu Hause mit Übungen vertieft zu werden.
Für wenig Probleme sorgt dagegen die Erreichbarkeit der Schulen. Laut Ingmar Töppel, dem Geschäftsleiter des Stadtverkehr Rosenheim, fahren die Busse seit den Faschingsferien wieder genau nach dem normalen Schulfahrplan. Da außerdem viele der Kinder zu Fuß kommen, konnten auch die Leiter der Rosenheimer Grundschulen bisher von keinerlei Verspätungen berichten.
Teilpräsenz als Schritt in richtige Richtung
Trotz den neuen logistischen Anforderungen bleibt die Freude über die Rückkehr der Schüler jedoch ungebrochen. Nach dem ersten erfolgreichen Tag steht für Schulleiterin Bogris fest, dass es für sämtliche Lehrkräfte einfach enorm wichtig ist, wieder nahe an den Kindern dran zu sein und auch von der dadurch etwas entlasteten Elternschaft gebe es zahlreiche positive Rückmeldungen. An der Prinzregentenschule hofft Wagner daher, dass man sobald wie möglich auch wieder in voller Klassenstärke unterrichten kann.