Urlaubsgefühle beim Strandkorb-Open-Air

von Redaktion

Sommerfestival 2021 fällt aus – Coronakonforme Alternative mit rund 30 Künstlern

Rosenheim – Viele haben es bereits vermutet, jetzt ist es ganz offiziell: Das Sommerfestival 2021 fällt aus. Doch es gibt eine Alternative. Vom 25. Juni bis zum 8. August findet das Strandkorb-Open-Air im Mangfallpark Süd statt. Möglich macht das ein bis ins kleinste Detail ausgetüfteltes Hygienekonzept.

450 Sitzgelegenheiten
im Mangfallpark Süd

Manfred Hertlein merkt man die Vorfreude an. Seit 42 Jahren ist der Konzertveranstalter und Tourneeproduzent im Showbusiness tätig. Er hat mehr als 20000 Veranstaltungen organisiert, hat mit vielen bekannten Künstlern zusammengearbeitet. Aufhalten konnte ihn auch die Corona-Krise nicht. Im Gegenteil. Statt den Kopf in den Sand zu stecken organisiert Hertlein seit dem vergangenen Jahr eine coronakonforme Veranstaltungsform, die jetzt auch nach Rosenheim kommt. Hertleins Konzept basiert dabei auf einer Grundlage: Strandkörbe. 450 der sommerlichen Sitzgelegenheiten sollen Mitte Juni auf dem Festivalgelände im Mangfallpark verteilt werden – in corona-konformen Abstand zueinander. „Jeder Strandkorb hat eine optimale Sicht“, sagt Pressesprecherin Birgit Gibson. Das garantiere die 5,20 Meter hoch gebaute Bühne.

Das Festivalgelände selbst soll laut Manfred Hertlein in verschiedene „Urlaubs-Inseln“ unterteilt werden. Ein- und Auslass werden so geregelt, dass sich Besucher der jeweils anderen Inseln nicht kreuzen. Innerhalb der Inseln gibt es sogenannte Einbahnstraßen. Wer aus dem Strandkorb aufsteht, muss eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die Strandkörbe sind mit Desinfektionsspendern ausgestattet.

„Neben dem eigenen Sofa gibt es keinen sicheren Ort als das Strandkorb-Festival“, sagt Birgit Gibson. Denn auch die Gastronomie bei den jeweiligen Konzerten sei entsprechend der Hygienemaßnahmen geregelt. Der Besucher bestellt seine Wünsche vorab online und erhält Snacks und Getränke in einer Kühlbox neben seinem Strandkorb. Bestellungen während der Veranstaltung sind per Smartphone ebenfalls möglich.

Es ist ein Konzept, das auch Sommerfestival-Organisator Werner Oeckler überzeugt hat. „Wir haben gewusst, dass das Sommerfestival, so wie wir es kennen, nicht stattfinden kann“, sagt er. Er habe sich mit den Agenturen und Künstlern zusammengesetzt, sich schließlich auf eine Absage geeignet. Vier der geplanten Auftritte werden ins Jahr 2022 verschoben, darunter Nena, Deep Purple, The Boss Hoss und Hubert von Goisern. „Die anderen drei Konzerte sagen wir endgültig ab“, sagt Oeckler.

Weil er nicht schon wieder einen kulturlosen Sommer haben wollte, habe er sich nach Alternativen umgesehen. Mit Erfolg. Einige seine Mitarbeiter hätten ihm von dem Strandkorb-Open-Air in Mönchen-Gladbach erzählt. Daraufhin sei er nach Würzburg gefahren und habe sich mit Veranstalter Manfred Hertlein getroffen. „Wir haben direkt festgestellt, dass wir gut miteinander können“, sagt Oeckler.

Revolverheld
und Fritz Kalkbrenner

Zwar stehen die Verhandlungen mit den Künstlern noch am Anfang. Bereits zugesagt haben aber bereits Heinz Rudolf Kunze (8. Juli), Jan Delay (10. Juli), Pizzera & Jaus (22. Juli) und Fury in the Slaughterhouse (23. Juli). „Wenn alles klappt, peilen wir zwischen 25 und 30 Künstler an“, sagt Manfred Hertlein. Gespräche gebe es zudem beispielsweise mit Anastacia, Revolverheld, Johannes Oerding, Max Giesinger, Michael Mittermeier, Herbert Pixner, Monika Gruber und Fritz Kalkbrenner. Auch ein Klassik-Konzert sei geplant. „Wir haben viele Künstler auf der Liste, die normalerweise nicht vor so wenig Leuten spielen würden“, sagt Manfred Hertlein.

Denn an der Open-Air-Veranstaltung können maximal 900 Menschen teilnehmen – zwei Personen pro Strandkorb. Pro Platz kosten die Tickets zwischen 39 und 59 Euro. „Man muss zwei Karten bestellen, damit keine fremden Leute zusammensitzen“, sagt Manfred Hertlein. „Das ist eine saumäßig starke Sache“, fasst Oberbürgermeister Andreas März das Konzept zusammen und bedankt sich bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, die das Strandkorb-Open-Air unterstützt. März jedenfalls scheint von Manfred Hertleins Vorfreude angesteckt worden zu sein.

Was passiert mit den Sommerfestival-Pässen und wo gibt es Tickets?

Die Festivalpässe von 2021 behalten auch für das kommende Jahr ihre Gültigkeit. Gleiches gilt für die Einzelkarten für die Konzerte von Nena, Deep Purple, Boss Hoss und Hubert von Goisern. Kartenbesitzer können ihre bereits gekauften Tickets entweder behalten oder, falls sie zum Termin der Konzertwoche im nächsten Jahr keine Zeit haben, die Karten ab sofort mit einer Rückgabefrist bis 31. August 2021 bei den Stellen zurückgeben, wo sie sie erworben haben. Sie erhalten dort den Ticketpreis zurück. Bei Onlinebestellungen zum Beispiel bei www.eventim.de bzw. www.muenchenticket.de müssen die Ticketrückgabe-Modalitäten sowie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der jeweiligen Anbieter beachtet werden. Wer seinen Pass nicht behalten möchte, kann diesen an ein speziell eingerichtetes Postfach der Landesgartenschau Rosenheim 2010 GmbH zurückschicken und erhält den vollen Kaufpreis zurück. Die Festivalpässe müssen mit dem entsprechenden Rücksendeformular verschickt werden. Mehr Infos unter www.rosenheim-sommerfestival.de. Pässe oder Tickets der Sommerfestival-Konzerte haben keine Gültigkeit für das Strandkorb-Open-Air. Die Tickets für diese Veranstaltung sind ab Freitag, 12. März, im Vorverkauf unter www.eventim.de und ab Montag, 15. März, unter www.muenchenticket.de erhältlich.

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