Rosenheim – Der Leiter des Rosenheimer Baubetriebshofs, Werner Oeckler, verabschiedet sich nach 23 Jahren in den Ruhestand. Das hat Oberbürgermeister Andreas März (CSU) in der jüngsten Sitzung des Stadtrates bekannt gegeben. Ganz von der Bildfläche verschwindet Oeckler trotzdem nicht.
Wendepunkt
in seinem Leben
Er tat’s auf seine Weise: Das Lied „I did it my way“ von Frank Sinatra wird oft bei Verabschiedungen wichtiger Menschen gewählt. Doch für kaum jemanden passt das Stück so gut wie für Werner Oeckler. Er ist ein Macher, jemand der Probleme anpackt, eine „echte Allzweckwaffe“, wie Oberbürgermeister März es in seiner Rede formulierte. „Das klassische Beamtendenken war nie sein Ding“, fuhr März fort. Er habe nie ein „Blatt vor den Mund genommen“, habe für alles eine Lösung gefunden. Jetzt aber gehe der „Poltergeist“ von Bord.
28 Jahre lang arbeitete Oeckler in der städtischen Verwaltung. Erst im Haupt- später im Bürgeramt und seit 1998 als Leiter des Baubetriebshofs. „Es waren spannende Jahre“ sagt Oeckler. Und das trotz seiner doch eher „ungewöhnlichen Laufbahn“: Nach den ersten Jahren beim Baubetriebshof habe er „seinen Hut in den Ring geworfen“ und sich auf den Posten des Geschäftsführers der Landesgartenschau beworben. Mit Erfolg. Die neue Aufgabe sei ein „Wendepunkt“ in seinem Leben gewesen, er habe viele engagierte Leute kennengelernt, habe unter „großen Zeitdruck“ ein Programm auf die Beine gestellt, das sich sehen lassen konnte. „Nach dem Ende der Landesgartenschau hat es dann ein Loch in meinem Leben gegeben“, sagte Oeckler. Also habe er gemeinsam mit Alexandra Birklein überlegt, wie er dieses Loch füllen konnte. Entstanden sei die Idee, ein Sommerfestival zu organisieren. Zehn Jahre später organisiert er besagtes Festival noch immer. „Er ist unheimlich strukturiert und hat immer neue Ideen“, lobte Kollegin Alexandra Birklein.
Doch es sind nicht nur seine Kreativität und sein Organisationstalent, die Oeckler ausmachen. „Er ist sehr hartnäckig“, sagte März während der Stadtratssitzung. Er sei jemand, der Themen verfolgt, bis am Ende des Tages „jeglicher Widerstand gebrochen ist“. Mit dem Sommerfestival habe er sein „Lebenswerk geschaffen“. Auch weil er ein feines Gespür für die musikalischen Wünsche seines Publikums habe. „Du bist ein Fels in der Brandung. Gradlinig. Standfest und durch nichts zu erschüttern. Du wirst uns fehlen“, sagte März zum Ende seiner Rede.
Und doch ist es nur ein kleiner Abschied. Denn Werner Oeckler bleibt der Stadt als Geschäftsführer der Landesgartenschau erhalten und organisiert – nach Pandemiezeiten – auch weiterhin das Sommerfestival.
Ein Abschied
mit Wehmut
Wehmut verspürt Oeckler trotzdem. Daran seien auch die Posaunenklänge von Frank Sinatra nicht ganz unschuldig gewesen. Und doch weiß er, dass es der richtige Zeitpunkt war zu gehen. Nach 28 Jahren habe er das gespürt. Die dazugewonnene Zeit will er mit der Familie verbringen. Mit seiner Frau, den Kindern und Enkelkindern, aber auch seinen Freunden. In Rosenheim und seiner Heimatstadt Kolbermoor.
Ein bisschen Zeit werde er noch brauchen, um sich an die neue Normalität zu gewöhnen. Aber auch das wird er auf seine Art meistern. Oder mit den Worten von Frank Sinatra: Er tat‘s auf seine Weise.