Kolbermoor – Abdisamad Osman Ahmad (20) aus Somalia ist einer von rund 250 Beschäftigten, die im Briefzentrum Rosenheim arbeiten. Das Zentrum der Deutschen Post AG ist auf Kolbermoorer Grund direkt neben der Westtangente. Abdisamad Osman Ahmad wohnt in Kolbermoor und ist seit April vergangenen Jahres bei der Deutschen Post tätig. Die Arbeit und das menschliche Miteinander gefallen ihm: „Jeder Tag ist anders, aber bei der Arbeit gefällt mir alles. Es ist nie langweilig“, sagt er.
Das gute Miteinander bestätigt Anton Merkl, Leiter des Briefzentrums. „Wir profitieren enorm von den gut integrierten Mitarbeitern aus der ganzen Welt.“
Denn fast ein Viertel der Mitarbeiter im Briefzentrum hat nicht die deutsche Staatsbürgerschaft, sondern eine von 25 anderen. Den größten Anteil unter den nichtdeutschen Beschäftigten machen die Mitarbeiter aus der Türkei aus, 17 sind es derzeit, teilt die Deutsche Post mit.
Aber auch aus Bosnien, Kroatien und Polen habe das Briefzentrum besonders viele Mitarbeiter – gut zwölf Prozent der Beschäftigten ohne deutschen Pass kommen aus einer dieser vier Nationen. Insgesamt repräsentieren die Beschäftigten im Briefzentrum in Kolbermoor fast alle Ecken der Welt: Sie stammen aus Thailand, Australien, Iran, Mazedonien und vielen anderen Ländern – und eben Somalia, wie Abdisamad Osman Ahmad.
Zu ihren Aufgaben gehört es, laut Sprecher Dieter Nawrath, Briefsendungen – dazu gehören auch Postkarten, Zeitungen und Zeitschriften – für alle Orte, deren Postleitzahl mit „83“ beginnt, zu sortieren. Ganz gleich, ob ein Brief aus der Postleitzahl-Region 83 nach Rosenheim, München, Dresden oder New York geht oder von dort kommt; er wird hier bearbeitet und versandfertig gemacht. Die Region 83 reicht von Bad Reichenhall an der Grenze zum Salzburger Land bis Wasserburg am Inn im Norden. Die Täler von Isar, Inn und das Tegernseer Tal gehören ebenso dazu wie ein großer Teil der bayerischen Voralpen.
Und wer weiß, vielleicht sortiert der 20-jährige Abdisamad Osman Ahmad auch mal Sendungen aus oder nach Somalia.