Gefangen in der „roten Zone“

von Redaktion

So ergeht es Rosenheims italienischer Partnerstadt Lazise in Zeiten der Pandemie

Rosenheim – Zwei Städte, ein Schicksal: Auch in Rosenheims italienischer Partnerstadt Lazise dauert der Lockdown bis nach Ostern an.

In den vergangenen Wochen ist die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Italien auf Werte um 25000 gestiegen. Ähnlich wie in Deutschland treten vermehrt Virusmutationen auf. Die Folge: drastische Einschränkungen des wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Rosenheim. Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Region Veneto, in der die Provinz Verona und damit auch Rosenheims Partnerstadt Lazise liegt, liegt aktuell bei 75.

Veneto wurde als „rote Zone“ eingestuft. Das bedeutet, dass selbst außerhalb der landesweit gültigen Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und fünf Uhr die eigene Wohnung nur wegen eines triftigen Grundes verlassen werden darf.

Dazu zählen der Beruf, medizinische Notfälle oder der Lebensmitteleinkauf. Auch Sport dürfen die Menschen betreiben, sofern sie sich allein und nahe der eigenen Wohnung aufhalten. Private Besuche sind untersagt.

Kindergärten sowie Grund- und weiterführende Schulen sind geschlossen, es findet Distanzunterricht statt. Friseursalons sind geschlossen, Lebensmittelgeschäfte, Buchhandlungen, Sportartikel- und Wäschegeschäfte hingegen geöffnet. Restaurants dürfen Speisen und Getränke nur bis 22 Uhr zum Mitnehmen anbieten, für Bars gilt die gleiche Regelung, allerdings nur bis 18 Uhr. Alle Museen, Theater und Kinos sind geschlossen.

Für die Ostertage wurde zusätzlich bereits eine italienweite „zona rossa“, eine rote Zone, angekündigt, was für den Tourismussektor am Gardasee erneut hohe Einbußen bedeuten wird. Bereits im vergangenen Jahr gab es nach Angaben der Camera di Comercio di Verona, die Industrie- und Handelskammer in Verona, einen Rückgang um 63 Prozent bei den ausländischen und 24 Prozent bei den inländischen Touristen. Einreisende aus Deutschland müssen einen negativen PCR- oder Antigentest vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist.

In Bussolengo, Malcesine und Caprino Veronese in der Provinz Verona gibt es Covid-19-Teststellen, teilweise als Drive-in. Jeder kann sich testen lassen, der von einer Behörde oder einem Arzt dazu aufgefordert wurde. Wer ein positives Ergebnis bekommt, muss sich in Quarantäne begeben.

Um wieder zu mehr Normalität zurückzukehren und den für viele Einwohner Lazises existenziell wichtigen Tourismus neu zu beleben, werden große Hoffnungen auf das Impfprogramm gesetzt.

Hier priorisiert man in Italien – ähnlich wie in Deutschland – Senioren und besondere Risikogruppen, außerdem Sicherheitskräfte, Lehr- und Sanitätspersonal. In der Umgebung von Lazise gibt es Impfzentren in Verona, San Bonifacio, Legnago und Bussolengo. re

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