Rosenheim – Ein Jahr Corona liegt hinter der Rosenheimer Sicherheitswacht. Die Ehrenamtlichen waren auf Alkohol-, Drogen- und Corona-Einsätzen unterwegs. Trotz Pandemie gibt es auch erfreuliche Nachrichten: Fünf neue Mitglieder haben ihren Dienst angetreten.
2020 war für die Mitglieder der Rosenheimer Sicherheitswacht ein Jahr, wie sie es seit der Gründung vor zehn Jahren noch nicht erlebt haben. Normalerweise sind die Ehrenamtlichen auf großen Veranstaltungen wie dem Herbstfest, dem Sommerfestival und dem Christkindlmarkt unterwegs.
Im vergangenen Jahr aber haben sie zusammen mit Polizeibeamten vor allem kontrolliert, dass die Rosenheimer die Corona-Regeln einhalten. Über 2200 Stunden haben die Ehrenamtlichen dabei geleistet, heißt es in einer Mitteilung der Rosenheimer Polizeiinspektion (PI).
Viele Bettelnde in
der Stadt unterwegs
Insgesamt 22 Frauen und Männer sind dabei im Stadtgebiet unterwegs. Damit ist die Rosenheimer Sicherheitswacht laut PI eine der größten Wachten in ganz Bayern. Seit Ende 2020 patrouillieren eine Frau und vier Männer mehr auf den Straßen Rosenheims, die vorher für verschiedene Einsätze geschult wurden.
Im Januar 2020 waren zum Beispiel auffallend viele Bettelnde in der Rosenheimer Innenstadt unterwegs, heißt es in dem Bilanzbericht. Diese hätten sich teilweise aggressiv verhalten und Anwohner sowie Gewerbetreibende hätten sich darüber beschwert. Die Sicherheitswacht nahm die Personalien der Bettelnden auf und verwies sie von den Plätzen.
Im Februar mussten die ehrenamtlichen Kräfte bei einem Drogeneinsatz eine Polizeistreife zur Unterstützung rufen. Im Luitpoldpark erwischten sie einen 28-Jährigen beim Konsum von Betäubungsmitteln.
Im März musste ein 37-jähriger Mann 500 Euro zahlen, weil er sich unerlaubt im Salingarten aufgehalten hatte. Die Stadtverwaltung hatte gegen den Mann schon Monate zuvor ein Betretungsverbot für den Salingarten ausgesprochen, das insgesamt ein Jahr gilt.
Die Corona-Pandemie und der Lockdown beeinflussen die Arbeit der Sicherheitswacht seit April 2020 besonders. Die Stadt Rosenheim sperrte in diesem Monat nach und nach die Spiel- und Bolzplätze im Stadtgebiet und die Ehrenamtlichen waren unterwegs, um Eltern mit ihren Kindern nach Hause zu schicken. Außerdem waren die Mitglieder der Wacht an Gewässern wie dem Happingerausee auf Streife, um Angler und Sonnenbadende auf die Corona-Regeln hinzuweisen.
Im Mai hielt die Sicherheitswacht einen Zwölfjährigen an, der nicht zu Fuß unterwegs war, sondern mit einem Motorroller. Die Polizei verständigte die Eltern des strafunmündigen Kindes und benachrichtigte die Staatsanwaltschaft wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.
Ein davongelaufenes Kind hielt die Ehrenamtlichen im Juni auf Trab. Eine Mutter sprach sie an, weil ihre vierjährige Tochter im Getümmel der Fußgängerzone verschwunden war. Die Rosenheimer Sicherheitswachtler verständigten über Funk alle Streifen der Polizei. Nach kurzer Fahndung wurde das Mädchen zu seiner Mutter zurückgebracht.
Auch im Juli kontaktierten die Sicherheitskräfte Polizeibeamte über Funk, nachdem sie im Salingarten beobachteten, wie eine 27-jährige Rosenheimerin Drogen verkaufte. Die Zivile Einsatzgruppe der Polizei nahm die Frau fest.
Im August lag der Schwerpunkt der Streifengänge darin, das Alkoholverbot im Salingarten zu kontrollieren. Dabei sprach die Sicherheitswacht Platzverweise aus und die Stadt leitete Bußgeldverfahren ein.
Der September hielt für die Ehrenamtlichen Beschwerden mehrerer Frauen bereit, die sich von zwei Männern belästigt fühlten. Doch als die Mitglieder der Wacht das Duo darauf ansprach, verwiesen sie auf einen „Flirtkurs“, den sie belegt hätten und nun üben wollten. „Offenbar bedarf es bei beiden noch einer Vielzahl an Nachschulungen, um beim weiblichen Geschlecht die Flirtkünste noch besser aufzeigen zu können“, schreibt Polizeihauptkommissar Robert Maurer in seiner Jahresbilanz zu diesem Vorfall.
Joints,
Kräuter und Alkohol
Im Oktober erwischten die Ehrenamtlichen Joints rauchende Jugendliche am Rosenheimer Innspitz und im November beendeten sie ein „Saufgelage“ im Salingarten. Dort tranken mehrere Personen kistenweise Alkohol.
Im letzten Monat des vergangenen Jahres riefen die Sicherheitswachtler den Rettungsdienst, nachdem Passanten einen regungslosen Mann in der Fußgängerzone gefunden hatten. Er hatte mehrere Tütchen mit Kräutermischungen dabei. Die Rauschgiftermittler der Polizei Rosenheim leiteten ein Verfahren gegen den Mann ein. re